Wohnhaus

Eupener Straße 29 · Braunsfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_8294
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Eupener Straße 29, 50933 Köln
Baujahrum 1925
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 18.05.1998
Stadtteil Braunsfeld

Erbaut: um 1925; Architekt: Otto Müller-Jena; risalitartig vorspringendes Eckhaus der symmetrisch angelegten Reihenhauszeile Eupener Str. 29-41; zweigeschossiges, giebelständiges Einfamilienhaus in traditionellem Stil mit südöstlich weit zurückliegendem, eingeschossigen Anbau; Gartenniveau tiefer als Straßenniveau; Souterrain; ausgebautes Dachgeschoß; Satteldach; neue Fenster (Kunststoff), größtenteils Klappläden;

Straßenfront: eine Fensterachse; Erdgeschoß: backsteinsichtig (gestrichen); Obergeschoß: verputzt; Giebelfeld durch abgeschrägtes Gesims und vorkragendes Satteldach betont, Rundfenster;

Seitenfront: eine Fensterachse, eine Eingangsachse (Eingang: erneuerter Windschutz); Erdgeschoß: backsteinsichtig (gestrichen); Obergeschoß: verputzt; Gaube (erneuert);

Im Inneren original erhalten: weitgehend Grundriß;

Der Vorgarten (Fußweg), die Einfriedung (Sockel, Pfosten) und der rückwärtige Garten (überwiegend Rasen, teilweise Büsche) sind Bestandteile des Denkmals.

Die Siedlungsentwicklung des stadtauswärtigen Geländes westlich des Gürtels, nördlich des Stadtwaldes und zwischen der in Ost-West-Erstreckung verlaufenden Aachener- und der Stolberger Straße begann erst in der unmittelbaren Vorkriegszeit um 1914. Zunächst erfolgte die Wohnbebauung an der Paulistraße und Burtscheider Straße. Auf dem Gelände westlich der Gürtelbahn vollzog sich die Siedlungsentwicklung dagegen noch langsamer. Erst während der Zwischenkriegszeit fand hier der erste Ausbau mit Reiheneigenheimen bzw. Einzelhäusern entlang der Eupener Straße, zum Teil auch an der Malmedyer Straße und schließlich an der Herbesthaler Straße statt. An der Erschließung dieses kleinen Gebietes waren in den 1920er und 1930er Jahren im wesentlichen der Architekt Otto Müller-Jena sowie seine Baugesellschaft Barbarossa beteiligt. Das o.g. Objekt ist Bestandteil dieser Erstbebauung durch Müller-Jena.

Im Werk des bekannten Kölner Architekten Otto Müller-Jena lassen sich Einflüsse unterschiedlicher Architekturströmungen feststellen. Seine stets in den Materialien sehr aufwendig gestalteten Bauten der Jahrhundertwende orientieren sich an der deutschen Architektur von der Wende des Mittelalters zur Neuzeit. In der Folgezeit wird die Zeit "um 1800" das Leitbild vor allem bei seinen Privatbauten. In der Zwischenkriegszeit zeichnet sich sowohl der Einfluß der modernen Architektur als auch des traditionellen Baustils unter dem Einfluß der Heimatschutzbewegung ab. Das Reihenhausensemble Eupener Str. 29-41, dessen integraler Bestandteil das o.g. Objekt ist, ist mit seinen Eckrisaliten, den Mittelrisaliten und den aufwendig gestalteten Portalzonen der Heimatschutz-Architektur zuzurechnen, aber auch expressionistische Elemente klingen an (z.B. das abgeschrägte Traufgesims). Als Objekt der Einfamilienhausbebauung an der Eupener Straße von Müller-Jena und somit als wichtiges Objekt der Siedlungsentwicklung von Braunsfeld in der Zwischenkriegszeit und als äußerst qualitätvolles Zeugnis der durch den Heimatschutz beeinflußten Architektur innerhalb des Werkes von Müller-Jena ist die Eupener Str. 29 ein unbedingt zu erhaltendes Baudenkmal.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0