Wohnhaus
Malmedyer Straße 7 · Müngersdorf
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_8302 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Malmedyer Straße 7, 50933 Köln |
| Baujahr | 1924 bis 1925 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 18.05.1998 |
| Stadtteil | Müngersdorf |
Erbaut: 1924/25; Bauträger: Gemeinnützige Aktiengesellschaft für Wohnungsbau (GAG); Architekt: Fritz Hans Kreis (tech. Direktor der GAG); zweigeschossiges Eckhaus der symmetrischen Dreierhausgruppe Malmedyer Straße 7-11 (Haus-Nr. 13 später angebaut) über winkelförmigem Grundriß; Souterrain; ausgebautes Dachgeschoß; unterschiedliches Garten- und Straßenniveau; Tiefkeller; weit vorkragendes Walmdach; Rauhputzfassade; Sprossenfenster (Kunststoff, neu);
Straßenseite: eingeschossiger Backsteinvorbau und Eingangsüberdachung (spätere Veränderung); Holzeingangstür mit Verglasung und Oberlicht; Obergeschoß: ein Fenster; Dachgeschoß: eine Gaube, im Spitzboden ein liegendes Fenster;
Gartenseite: südwestlicher Vorbau: im Souterrain als überdeckter Sitzplatz (später verändert, ursprünglich nur einseitig offen), im Obergeschoß als Balkon; Erdgeschoß: neue Treppe zum Garten, Fenster (neu); Obergeschoß: Balkon (Metallgeländer); Dachgeschoß: eine Gaube;
Seitenfront: Souterrain in Backstein, ansonsten verputzt; südlich zweigeschossiger Vorbau (Souterrain, Erdgeschoß); eine Gaube;
Im Inneren original erhalten: Grundriß weitgehend erhalten (neuer Küchen-, Badeinbau); weitestgehend Holztüren und Holztürrahmen; Türbeschläge und -klinken; Eingangsbereich: achteckige, graue Bodenfliesen, grüne Wandfliesen; Treppenhaus: Holztreppen, Geländer mit gedrechselten Stäben; Erdgeschoß: Parkett, Stuckdecken; Ober- und Dachgeschoß: Dielenboden; Souterrain (ehemaliger Wirtschaftsbereich mit Küche, Speisekammer, Anrichte und Speiseaufzug sowie Waschküche): Holztreppe und Holzgeländer, Terrazzoboden;
Die straßenseitige Einfriedung (Backsteinmauer, Metalltore), der Vorgarten, die Zufahrt zur Garage und der rückwärtige Garten (Rabatten, Rasen, von den derzeitigen Eigentümern neu gestaltet) sind Bestandteile des Denkmals.
Nicht zum Denkmal gehören der eingeschossige Vorbau auf der Straßenseite und die Freitreppe vom Erdgeschoß in den Garten.
Die Siedlungsentwicklung des stadtauswärtigen Geländes westlich des Gürtels, nördlich des Stadtwaldes und zwischen der in Ost-West-Erstreckung verlaufenden Aachener- und der Stolberger Straße begann in der unmittelbaren Vorkriegszeit um 1914. Zunächst erfolgte die Wohnbebauung an der Paulistraße und Burtscheider Straße. Auf dem Gelände westlich der Gürtelbahn vollzog sich die Siedlungsentwicklung dagegen noch langsamer. Erst während der Zwischenkriegszeit fand hier der erste Ausbau mit Reiheneigenheimen bzw. Einzelhäusern entlang der Eupener Straße, zum Teil auch an der Malmedyer Straße und schließlich an der Herbesthaler Straße statt. An der Erschließung dieses kleinen Gebietes waren in den 1920er und 1930er Jahren im wesentlichen der Architekt Otto MüllerJena sowie seine Baugesellschaft Barbarossa beteiligt. Aber auch die GAG, die zwischen Aachener- und Malmedyer Straße eigene Grundstücke und Pachtland von der Stadt Köln besaß, prägte in dieser Zeit das Erscheinungsbild des Areals. Eine Gärtnerei der Wohnungsbaugesellschaft entstand hier und auf eigenem Grundstück wurde 1924/25 eine repräsentative Dreierwohnhausgruppe (Malmedyer Str. 7-11) errichtet, an die in den 1930er Jahren (vor 1937) noch die Malmedyer Str. 13 angebaut wurde. Architekt dieser "Reihenhausvillen" war Fritz Hans Kreis, technischer Direktor der GAG, der selbst in die Malmedyer Str. 9 einzog. Die in ihrer Kubatur und Struktur noch weitestgehend erhaltene, symmetrisch angelegte Dreierhausgruppe ist ein wichtiges Beispiel für die gehobene bürgerliche Wohnkultur der 1920er Jahre, in der noch Dienstpersonal beim Grundrißentwurf eingeplant wurde. In den Gebäuden, die in expressionistisch beeinflußter Architektur entstanden (weit vorkragendes Walmdach, Backsteinverzierungen), lag im Souterrain der Wirtschaftsbereich und im Dachgeschoß die Zimmer des Hauspersonals, während das Erd- und Obergeschoß Repräsentations- und Wohnzwecken diente.
Als integraler Bestandteil der ursprünglichen Dreierhausgruppe Malmedyer Straße 7-11, als wichtiges Objekt der Erstbebauung und somit als wichtiges Dokument der Siedlungsentwicklung von Müngersdorf/Braunsfeld in der Zwischenkreigszeit sowie als qualitätvolles Zeugnis der gehobenen Wohnkultur der 1920er Jahre ist die Malmedyer Straße 7 ein unbedingt zu erhaltendes Baudenkmal.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0