Wohnhaus

Malmedyer Straße 2 · Müngersdorf

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_8122
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Malmedyer Straße 2, 50933 Köln
Baujahrum 1927
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 24.07.1997
Stadtteil Müngersdorf

Erbaut: um 1927; Architekt und Bauherr: Otto Müller-Jena; Gebäudehälfte des Doppelhauses Malmedyer Str. 2 / Eupener Str. 27; zweigeschossiges Gebäude über winkelförmigem Grundriß und unterschiedlichem Bodenniveau (Gartenseite tiefer gelegen, hier Keller als Souterrain); ausgebautes Dachgeschoß; weit vorkragendes Walmdach (Pfannendach); Holzsprossenfenster unterschiedlicher Größe (meist hochrechteckig; größtenteils original);

Straßenfront: südwestlich eine Fensterachse; südöstlich risalitartiger Vorbau: im Erdgeschoß zwei Fenster mit Backsteinrahmung, im Obergeschoß Loggia mit gewölbter Decke, viereckigem Pfeiler mit spitz einschwingenden Seiten und Kämpfer (später zum Wintergarten umgebaut); querrechteckige Gaube mit nahezu quadratischem Fenster);

Eingangsseite: Erdgeschoß: nordwestlich schmaler Eingangsvorbau mit schmalem Fenster und überdachter Vorplatz zum Eingang (mit originaler Holztür) und zur Garage, im Obergeschoß als Balkon genutzt (erneuertes Balkongitter); Tür zur Gartentreppe; Obergeschoß: querrechteckiges Fenster, Balkontür; Segmentbogendachfenster;

Gartenseite: nordöstlich zurückspringender Gebäudebereich: Holztür und querrechteckiges Fenster im Souterrain; Fenster im Dachgeschoß; nordwestlicher Gebäudebereich: eine Fensterachse, im Erdgeschoß: ein kleines Fenster zusätzlich; zwischen Gebäude und Garage: schmale Treppe vom Garten- zum Straßenniveau; Lagerräume unter Garage;

Im Inneren original erhalten: Grundriß; Treppenhaus: Holztreppen, Holzgeländer (Vierkanthölzer, teilweise später verschalt); Parkett im Erd- und Obergeschoß; teilweise Fußleisten; Holztüren und hölzerne Türrahmen; größtenteils Türklinken; Stauraum an Treppenaufgang mit Holztüren;

Der Vorgarten (Rasen, Rabatten, Bäume), der Garten (Grasstreifen, Platten), die Garage und die straßenseitige Einfriedung sind Bestandteile des Denkmals.

Die Siedlungsentwicklung des stadtauswärtigen Geländes westlich des Gürtels, nördlich des Stadtwaldes und zwischen der in Ost-West-Erstreckung verlaufenden Aachener- und der Stolberger Straße begann in der unmittelbaren Vorkriegszeit um 1910/15. Die Architekten Karl Alsdorff (1866-1924), Fritz Klein, Goswin Baumhögger (* 1904) und Heinrich Feill führten hier um den Pauliplatz und an der Pauli- und Eupener Straße zahlreiche villenartige Bauten aus. Eine systematische Bebauung im Bereich zwischen Stadtwald und Aachener Straße und im Bereich Malmedyer-/Eschweiler Straße mit Villen, gehobener Wohnbebauung mit überwiegend Einfamilien- und vornehmen Mehrfamilienhäusern setzte während der Zwischenkriegszeit ein. Der Architekt Otto Müller-Jena (1875-1958) sowie die Baugesellschaft Barbarossa erschlossen in den 1920er und 1930er Jahren das Gebiet parallel nördlich der Aachener Straße. Dieses vorwiegend durch Wohnnutzung geprägte, durch Grün aufgelockerte Wohnviertel im näheren Bereich zum Stadtwald erfuhr, bedingt durch die Anlage der Gürtelbahn, eine allmächliche Strukturveränderung: der industriell geprägte Ortsbereich Ehrenfeld/Bickendorf weitete sich nach Süden und Südwesten aus und das Industriegelände östlich des Maarhofviertels vergrößerte sich. An der Nahtstelle Eupener-/Eschweiler Straße ist die differenzierte Entwicklung der unabhängig gewachsenen und unterschiedlich geprägten Bereiche noch heute deutlich nachvollziehbar. Nach starken Kriegszerstörungen und anschließender Neu- und Wiederaufbautätigkeit erstreckt sich heute das gesamte Ehrenfeld-Braunsfelder Industriegebiet zwischen den Wohngebieten Aachener- und Venloer Straße.

Im Werk des bekannten Kölner Architekten Otto Müller-Jena lassen sich Einflüsse unterschiedlicher Architekturströmungen feststellen. Seine stets in den Materialien sehr aufwendig gestalteten Bauten der Jahrhundertwende orientieren sich an der deutschen Architektur von der Wende des Mittelalters zur Neuzeit. In der Folgezeit wird die Zeit "um 1800" das Leitbild vor allem bei seinen Privatbauten. In der Zwischenkriegszeit zeichnet sich der Einfluß der modernen Architektur ab wie z.B. die Doppelhaushälfte Malmedyerstr. 2 zeigt. Ohne Stuckdekor, präsentiert die Gebäudekubatur eine klare Architektur, in der expressionistische Elemente (z.B. die Backsteinfensterrahmung, die Loggiapfeiler) anklingen. Als Erweiterung der Einfamilienhausbebauung an der Eupenerstraße von Müller-Jena und somit als wichtiges Objekt der Siedlungsentwicklung von Müngersdorf in der Zwischenkriegszeit und als Zeugnis der expressionistisch beeinflußten Architektur innerhalb des Werkes von Müller-Jena ist das o.g. Objekt ein unbedingt zu erhaltendes Baudenkmal.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0