Wohnhaus

Malmedyer Straße 9 · Müngersdorf

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_8333
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Malmedyer Straße 9, 50933 Köln
Baujahr1924 bis 1925
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 15.06.1998
Stadtteil Müngersdorf

Erbaut: 1924/25; Bauträger: Gemeinnützige Aktiengesellschaft für Wohnungsbau (GAG) und Fritz Hans Kreis; Architekt: Fritz Hans Kreis (tech. Direktor der GAG); zweigeschossiges, traufständiges, in Nachbarbebauung eingebundenes Einfamilienhaus (Mittelhaus der symmetrischen Dreierhausgruppe Malmedyer Str. 7-11, Haus-Nr. 13 später angebaut) mit ausgebautem Dachgeschoß (Dach im Zweiten Weltkrieg zerstört) über längsrechteckigem Grundriß; Souterrain auf der Gartenseite, wegen unterschiedlichem Garten- und Straßenniveau; Tiefkeller; Satteldach; Rauhputzfassade; Holzsprossenfenster einschließlich der Mechanik sowie der Messinggriffe original.

Straßenseite: zweiachsig; Erdgeschoß: Eingangsbereich (Holztür) und nordwestlicher Vorbau mit Giebel (Giebelskulptur: Akkordeonspieler; sehr ähnliche Figur 1928 in der GAG Siedlung Bickendorf I (Grüner Brunnenweg) aufgestellt: Brunnen "Treuer Husar", von Prof. Meller) mit Backsteinverkleidung (geometrischer Zierverband); Obergeschoß: Fensterachsen; weit vorkragendes Traufgesims (mit erneuertem, verzierten Regenrinnenrohransatz); Dachgeschoß: eine hochrechteckige und eine polygonale Gaube; zwei kleine, dreieckige Gauben im Spitzboden;

Gartenseite: sämtliche Schlagläden im Erdgeschoß, Obergeschoß, Dachgeschoß; Souterrain: neuer Vorbau über ehemaligem überdachten Sitzplatz, Holztür mit Verglasung und Oberlicht, Terrasse (originaler Backsteinboden); Erdgeschoß: neue Treppe zum Garten; Obergeschoß: Balkon.

Im Inneren original erhalten: Grundriß weitgehend erhalten; weitgehend Holztüren mit Holzrahmen; Türbeschläge und -klinken an allen Innentüren; Eingangsbereich: grüne Wandfliesen; Solnhofener Bodenplatten in Hausflur und Toilette; Treppenhaus: Holztreppen, Holzgeländer, Geländerauslauf im Erdgeschoß in Fischform; Erdgeschoßwohnraum: Parkett, teilweise originale Holzeinbauschränke, kleine Hohlkehle als Deckenübergang, Deckenverkleidung (neu); Obergeschoß: Dielenboden überdeckt, Decken abgehängt bzw. verkleidet; Dachgeschoß: Dielenboden; Souterrain (ehemaliger Wirtschaftsbereich mit Küche, Speisekammer, Anrichte und Speiseaufzug sowie Waschküche): Holztreppe und Holzgeländer, im Gang Wandfliesen (beige) im unteren Bereich, Terrazzoboden;

Die straßenseitige Einfriedung (Backsteinmauer), der Vorgarten und der rückwärtige Garten (vom derzeitigen Eigentümer neu gestaltet) sind Bestandteile des Denkmals.

Die Siedlungsentwicklung des stadtauswärtigen Geländes westlich des Gürtels, nördlich des Stadtwaldes und zwischen der in Ost-West-Erstreckung verlaufenden Aachener- und der Stolberger Straße begann in der unmittelbaren Vorkriegszeit um 1914. Zunächst erfolgte die Wohnbebauung an der Paulistraße und Burtscheider Straße. Auf dem Gelände westlich der Gürtelbahn vollzog sich die Siedlungsentwicklung dagegen noch langsamer. Erst während der Zwischenkriegszeit fand hier der erste Ausbau mit Reiheneigenheimen bzw. Einzelhäusern entlang der Eupener Straße, zum Teil auch an der Malmedyer Straße und schließlich an der Herbesthaler Straße statt. An der Erschließung dieses kleinen Gebietes waren in den 1920er und 1930er Jahren im wesentlichen der Architekt Otto MüllerJena sowie seine Baugesellschaft Barbarossa beteiligt. Aber auch die GAG, die zwischen Aachener- und Malmedyer Straße eigene Grundstücke und Pachtland von der Stadt Köln besaß, prägte in dieser Zeit das Erscheinungsbild des Areals. Eine Gärtnerei der Wohnungsbaugesellschaft entstand hier und auf eigenem Grundstück wurde 1924/25 eine repräsentative Dreierwohnhausgruppe (Malmedyer Str. 7-11) errichtet, an die in den 1930er Jahren (vor 1937) noch die Malmedyer Str. 13 angebaut wurde. Architekt dieser "Reihenhausvillen" war Fritz Hans Kreis, technischer Direktor der GAG, der selbst in die Malmedyer Str. 9 einzog und das Grundstück wohl von der GAG erwarb. Die in ihrer Kubatur und Struktur noch weitestgehend erhaltene, symmetrisch angelegte Dreierhausgruppe ist ein wichtiges Beispiel für die gehobene bürgerliche Wohnkultur der 1920er Jahre, in der noch Dienstpersonal beim Grundrißentwurf eingeplant wurde. In den Gebäuden, die in expressionistisch beeinflußter Architektur entstanden (weit vorkragendes Walmdach, Backsteinverzierungen, im besonderen die aufwendige, ausgefallene Erdgeschoßgestaltung der Straßenfront), lag im Souterrain der Wirtschaftsbereich und im Dachgeschoß die Zimmer des Hauspersonals, während das Erd- und Obergeschoß Repräsentations- und Wohnzwecken diente.

Als integraler Bestandteil der ursprünglichen Dreierhausgruppe Malmedyer Straße 7-11, als wichtiges Objekt der Erstbebauung und somit als wichtiges Dokument der Siedlungsentwicklung von Müngersdorf/Braunsfeld in der Zwischenkreigszeit sowie als qualitätvolles Zeugnis der gehobenen Wohnkultur der 1920er Jahre ist die Malmedyer Straße 9 ein unbedingt zu erhaltendes Baudenkmal.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0