Wohnhaus

Krahnenstraße 11 · Müngersdorf

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_8320
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Krahnenstraße 11, 51063 Köln
Baujahr18. Jahrhundert
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 27.05.1998
Stadtteil Müngersdorf

Erbaut im 18. Jhdt., umgebaut Ende 19. Jhdt., saniert bzw. überformt Anfang der 80er Jahre; eingeschossiger Backsteinbau mit ausgebautem Dachgeschoß und Satteldach.

Außen: Rheinseitige Traufseite mit 3 hochrechteckigen Fensteröffnungen, z. T. mit sekundär genutzten Sandsteingewänden, links originales Gitter (rechtes Fenster zu Tür erweitert, Dachfenster leicht verändert); in südlicher Giebelwand rechteckiges EG-Fenster und Giebelfenster mit segmentbogigem Abschluß (unterer Teil der Giebelwand durch modernen Anbau verdeckt); straßenseitige Traufseite mit 2 schmalen schachtartigen Fenstern (Traufe leicht angehoben, Backsteingiebel mit Eingangstür ins Dachgeschoß nachträglich).

Alle Fenster erneuert; ehemalige Haustür im DG-Eingang wiederverwendet.

Innen umgebaut und Innentreppe entfernt.

Nicht Bestandteil des Denkmals ist der südliche, eingeschossige Anbau und der Eingangsgiebel zur Straße.

Die Krahnenstraße verbindet die Mülheimer Freiheit, die bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts die Hauptstraße Mülheims war, mit dem Hafenkran am Rheinufer. Dieser Kran war für die Entwicklung Mülheims vom Flecken zur prosperierenden Handelsstadt von grundlegender Bedeutung. Ein erster Kran wurde hier 1714 vom Kaufmann Heinrich von Aussem errichtet, als mehrere große protestantische Handelshäuser ihren Firmensitz von Köln nach Mülheim verlegten und eine Ladestation für den Güterverkehr benötigten. Der 1751 erneuerte Holzkran mit Laufrad wurde Ende des 19. Jahrhunderts vom damaligen Besitzer van Hees durch einen Kran mit Dampfantrieb ersetzt. Zugehörig zum Kran war der unterkellerte Kranenplatz, eine steinerne Werft und seitlich ein teilweise unterkellertes Packhaus. Die Firma van Hees nutzte es als Lagerhaus und Wohnung des Kranenmeisters. Reste des Lagerhauses waren noch 1967 vorhanden; der Wohntrakt blieb als Haus Krahnenstr. 11 bis heute erhalten (Abbildungen von Kran und Lagerhaus bei I. Prass, Mülheim am Rhein, Köln 1988, S. 41 und M. Jäger, Mülheim im Museum, Köln 1991, Kat.-NR. 126, 136 und besonders 326).

Trotz der Veränderungen im Inneren, dem erneuerten Dach samt veränderten Dachhäuschen und dem den Gesamteindruck verfremdenden Eingangsgiebel vermittelt das Haus von der Rheinseite noch den Eindruck eines einfachen Wohnhauses der vorindustriellen Zeit (daher wohl auch die irreführende Bezeichnung "Fischerhäuschen").

Einzelne Zeugnisse der wirtschaftlichen Bedeutung dieses Warenumschlagplatzes haben sich in der Nachbarschaft erhalten. So geht das gegenüberliegende Palais Krahnenstr. 8 ebenfalls auf ein Packhaus zurück (1758), das Ende des 18. Jahrhunderts zu einem repräsentativen Wohnhaus umgebaut wurde. Lagerfunktionen dienten auch die zum Teil erhaltenen, gewölbten Keller der südliche angrenzenden Nachbarbauten.

Aufgrund seiner großen Bedeutung für die Geschichte des Rheinhandels und für die Ortsgeschichte Mülheims ist das Hauses Krahnenstr. 11 unbedingt zu erhalten.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0