Wohn- u. Geschäftshaus

Sechzigstraße 2 · Nippes

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_8360
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Sechzigstraße 2, 50733 Köln
Baujahr1880 bis 1944
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 14.09.1998
Stadtteil Nippes

Um 1880, um 1900, 1944; dreigeschossiges Eckhaus, neobarocke Stuckfassade, traufständig, Mansarddach.

Fassade: Eckfassade, 2 Achsen (Sechzigstraße), abgeschrägter, 1-achsiger Übergang (Sechzigstraße/Siebachstraße), 7 Achsen (Siebachstraße); Erdgeschoß mit Laden, Verputz scharriert (von 1944/48), eingeschnittene Fensteröffnungen (Fenster erneuert), Ladeneingang in der Hausecke, 2 Hauszugänge in der Siebachstraße (Türen erneuert); Obergeschosse: Kollossalpilaster (Stuckvasenreliefs als Sockel, Kanneluren, Blattkapitelle), Segmentbogenfenster in Stuckrahmen, Brüstungsdraperien unter den Fenstern im 2. Obergeschoß; Traufgesims mit weiblichen und männlichen Theatermasken in den Fensterachsen.

Rückseite: Schlicht (backsteinsichtig); Baukörper entlang der Siebachstraße als zweifach zurückspringender Anbau.

Inneres: unterkellert; durchgängig Betondecken (1944), Betontreppe, Terrazzobelag, eisernes Geländer; Räume straßenseitig; Dachgeschoß ausgebaut, Dachstuhl in schlichter Nadelholzkonstruktion.

Das Wohn- und Geschäftshaus Sechzigstr. 2 entstand um 1880 an der Ecke Sechzigstraße/Siebachstraße als Metzgerei. Um 1890/1900 wurde der rückwärtige Anbau verlängert, bevor um 1900 der gesamte Komplex umgebaut und mit einer einheitlichen Fassade versehen wurde. Schwere Kriegsschäden (9. Juli 1943) erforderten eine grundlegende Wiederherstellung, die, weil das Metzgereigeschäft "für den Lebensunterhalt der Bevölkerung dringend benötigt werde" (Bauakte), bereits 1944 in weiten Teilen abgeschlossen war (Betondecken, Raumstruktur im Erd- und im 1. Obergeschoß, Betontreppe; Architekt: Carl Gläser). Nach 1948 wurde das 2. Obergeschoß repariert und der heutige Dachstuhl aufgeschlagen. Somit dokumentiert das Wohn- und Geschäftshaus Sechzigstr. 2 einerseits eine komplexe gründerzeitliche Bau- und Hausgeschichte, andererseits zeugt das Gebäude von einem - gemessen am durchschnittlichen Bestand - frühen und selten überlieferten Aspekt der Geschichte des Kölner Wiederaufbaus.

Als Bestandteil eines immerhin noch teilweise intakt erhalten gebliebenen Ensembles denkmalwerter Gebäude im Bereich Sechzigstraße/Siebachstraße besitzt das Wohnhaus Sechzigstr. 2 zudem einen hohen städtebaulichen und stadtbaugeschichtlichen Wert: Zusammen mit den Baudenkmalen Sechzigstr. 1, 1 a, 3 sowie Siebachstr. 26, 39, 41, 43, 47, 51 und 53 zeugt es von der um 1875 begonnenen und in den folgenden Jahrzehnten umgestalteten Bebauung in diesem Bereich und verdeutlicht städtebauliche und stadtplanerische Grundzüge des Wohnhausbaus in Nippes vor dem Ersten Weltkrieg.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0