Wohn- u. Geschäftshaus
Siebachstraße 26 · Nippes
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_8524 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Siebachstraße 26, 50733 Köln |
| Baujahr | um 1900 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 14.03.2001 |
| Stadtteil | Nippes |
Erbaut um 1900; 3 Geschosse, 3 Achsen, historisierende Stuckfassade (nach Kriegsbeschädigung wiederhergestellt).
Segmentbogige, stuckgerahmte Fensteröffnungen mit modernisierten hochrechteckigen Fenstern mit Oberlichten; im 1. OG Dreiecksgiebel als Fensterbekrönungen auf je 2 Konsolen, darunter Relief; Sohlbankgesimse. im EG breites Brüstungsgesims mit profilgerahmtem Ladenschild. Putzsockel.
Satteldach mit vorkragendem Traufgesims auf 13 Konsolen.
Hauseingangs- und Ladentür sowie Ladenfenster verändert. Im Laden teilweise orig. erhalten die farbigen Fußbodenfliesen.
Im Innern:
Orig. erhalten die Treppenanlage: Holztreppe mit hölzernen Antrittspfosten (an allen Podesten), hölzernem Handlauf, gedrechselten Stäben und hölzernen Podesten; orig. hölzerne Kellertür. Vestibül und Treppenhaus verändert: Wohnungseingangs- und Zimmertüren verändert; Decken abgehängt.
Rückseite:
Backsteinsichtig; Traufgesims mit Fries. Fenster modernisiert.
Verputzter Anbau mit mod. Fenstern.
Das o.g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NRW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die bislang dörfliche Siedlung Nippes – mit der Bürgermeisterei Longerich nach Köln eingemeindet 1888 - zu einem bedeutenden Industriestandort. Südlich der Zentral-Eisenbahnwerkstätten entstand seit den 1860er Jahren das neue Arbeiterviertel „Sechzig", als dessen östlichste Straße um 1870 die Siebachstraße angelegt wurde. Die das heutige Erscheinungsbild der schmalen Straße prägenden schlichten Wohn- und Geschäftshäuser des 19. Jahrhunderts stammen aber fast alle nicht aus der Frühzeit des „Sechzig“, sondern aus den 1880er und 1890er Jahren. So entstanden in den Jahren 1887/88 auf der rechten Straßenseite zwischen Cranach- und Steinberger- bzw. zwischen Steinberger- und Wilhelm-Straße die zweigeschossigen Dreifensterhäuser Nr. 56-64 und 76-82, deren erste Bewohner - überwiegend Handwerker, Arbeiter, kleine Angestellte und Beamte, zu jeweils zwei bis drei Parteien pro Haus - direkt oder indirekt von den Zentral-Eisenbahnwerkstätten lebten.
Das Haus Siebachstr. 26, erbaut um 1900 und in seiner Fassadengestaltung sich am stadtkölnischen Vorbild orientierend, ist ein unverzichtbarer Bestandteil dieses im Erscheinungsbild im ganzen recht gut erhalten gebliebenen Ensembles. Zugleich ist das Haus ein wertvolles Dokument der langwierigen Entstehungsgeschichte des Quartiers um die Wilhelmstraße. Angelegt 1873/74, also eine der alten Straßen des modernen Nippes, hatte die ursprüngliche Wilhelmstraße lediglich Niehler und Neusser Straße miteinander verbunden. Erst Ende der 1890er Jahre begann der Ausbau einer Verlängerung über die Neusser Straße hinaus bis hin zur Merheimer Straße. Als letztes Stück entstand die Partie zwischen der seit 1900 als breite Alleestraße gestalteten Kempener und der Siebachstraße. Das Haus Siebachstraße 36 dokumentiert – zusammen mit den ganz ähnlich gestalteten Häusern Nr. 36 und 40 - die spätere Ausbauphase nach der Eingemeindung nach Köln. Es ist somit aus ortsgeschichtlichen, städtebaulichen und architekturgeschichtlichen Gründen zu erhalten.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0