Wohnhaus
Siebachstraße 32 · Nippes
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_8525 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Siebachstraße 32, 50733 Köln |
| Baujahr | 1890 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 14.03.2001 |
| Stadtteil | Nippes |
Erbaut um 1890; 3 (2 Vollgeschosse u. Attikageschoss) Geschosse, 2 Achsen; Stuckfassade mit sparsamen Gliederungen durch horizontale Stuckbänder und Fensterrahmungen; horizontale Fensterverdachungen auf je 2 Konsolen im 1.OG.
Im 1. OG hohe rechteckige Fenster, im 2. OG niedrigere Segmentbogenfenster; Rahmen modernisiert.
Flaches Satteldach mit vorkragender Traufe und Traufgesims sowie Fries. DG ausgebaut mit einem rückseitigen mod. Dachflächenfenster.
EG auf Putzsockel (ein Kellerfenster mit Lochblech) und Fugenschnitt, nachträglich in größere Öffnung eingesetztes Fenster.
Haustüre verändert.
Im Innern:
Im Vestibül naturfarbene Bodenfliesen und im Treppenhaus die Holztreppe mit hölzernem Handlauf und hölzernen flachen Stäben original erhalten. Im EG Türlaibungen teilweise original. Im 1. OG Zwischendecke eingezogen. Flach gewölbter Backsteinkeller.
Rückseite:
Verputzt (über Wärmedämmung); modernisierte Fenster.
Mittiger eingeschossiger Anbau (verputzt) mit Pultdach.
Das o.g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die bislang dörfliche Siedlung Nippes – mit der Bürgermeisterei Longerich nach Köln eingemeindet 1888 - zu einem bedeutenden Industriestandort. Südlich der Zentral-Eisenbahnwerkstätten entstand seit den 1860er Jahren das neue Arbeiterviertel „Sechzig", als dessen östlichste Straße um 1870 die Siebachstraße angelegt wurde. Die das heutige Erscheinungsbild der schmalen Straße prägenden schlichten Wohn- und Geschäftshäuser des 19. Jahrhunderts stammen aber fast alle nicht aus der Frühzeit des „Sechzig“, sondern aus den 1880er und 1890er Jahren. So entstanden in den Jahren um 1890 auf der rechten Straßenseite zwischen Holbein- und Cranach-, zwischen Cranach- und Steinberger- bzw. zwischen Steinberger- und Wilhelm-Straße zwei- bis dreigeschossige Wohn- bzw. Wohn- und Geschäftshäuser, deren erste Bewohner - überwiegend Handwerker, Arbeiter, kleine Angestellte und Beamte - zu jeweils zwei bis drei Parteien pro Haus - direkt oder indirekt von den Zentral-Eisenbahnwerkstätten lebten.
Das Haus Siebachstr. 32, erbaut um 1890 und in seiner Fassadengestaltung sich reduzierend am stadtkölnischen Vorbild orientierend, ist ein unverzichtbarer Bestandteil dieses im Erscheinungsbild im ganzen recht gut erhalten gebliebenen Ensembles. Zugleich ist das Haus ein wertvolles Dokument der langwierigen Entstehungsgeschichte des Quartiers um die Wilhelmstraße. Angelegt 1873/74, also eine der alten Straßen des modernen Nippes, hatte die ursprüngliche Wilhelmstraße lediglich Niehler und Neusser Straße miteinander verbunden. Erst Ende der 1890er Jahre begann der Ausbau einer Verlängerung über die Neusser Straße hinaus bis hin zur Merheimer Straße. Als letztes Stück entstand die Partie zwischen der seit 1900 als breite Alleestraße gestalteten Kempener und der Siebachstraße. Das Haus Siebachstraße 32 dokumentiert die spätere Ausbauphase nach der Eingemeindung nach Köln. Es ist somit aus ortsgeschichtlichen, städtebaulichen und architekturgeschichtlichen Gründen zu erhalten.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0