Wohnhaus

Hasertstraße 2 · Deutz

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_8365
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Hasertstraße 2, 50679 Köln
Baujahrum 1912
Architekt / PlanungKarl Franck
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 12.10.1998
Stadtteil Deutz

Erbaut um 1912, Architekt Karl Franck (Inschrift), 5 Geschosse.

Straßenfassade: Putzfassade mit sparsamer Stuckgliederung (Anklänge des Neoklassizismus), 4 Achsen, mittlere beiden Achsen im 1.-3. OG mit Balkonen (Gitter original), im 4. OG leicht vorspringend (Dach verändert), seitliche Achsen im 4. OG hinter Traufe zurückspringend, verputzter Sockel mit Quaderfugen, Kellerfenster mit Blechklappen, mittiger Eingang (Türblatt erneuert) mit Steinrahmung (teilweise verputzt und gestrichen), Fenster und Balkontüren original (im 2. OG Mitte rechts und im 4. OG rechts erneuert), Schornstein erneuert.

Rückseite: Türen und Fenster original, große eiserne Treppenhausfenster (Strukturglas).

Innen: Flur mit Bodenfliesen (stellenweise geflickt), blaue Wandfliesen im Eingangsbereich, lisenenartig gegliedert und mit figuralen Motiven (musizierende Kinder); Treppe mit Terrazzostufen und Holzgeländer (Stäbe, Handlauf, ornamentierter Antrittspfosten); 1 originale Wohnungstür im 4.OG (die anderen wohl unter Verwendung originaler Türblätter erneuert).

Bestandteil des Denkmals ist auch der rückwärtige Garten mit originaler Wegführung und niedrigen Gartenzäunen.

Deutz ging aus dem um 310 n. Chr. gegründeten "Castellum Divitia", dem rechtsrheinischen Brückenkopf des römischen Kölns hervor. 1003 wurde die Benediktinerabtei St. Maria/ St. Heribert gegründet, um die sich die mittelalterliche "Freiheit Deutz" entwickelte. Die mehrfach verwüstete Siedlung wurde 1818-23 zur preußischen Befestigung ausgebaut, die mit Köln durch eine Schiffsbrücke verbunden war. Als Ausgangspunkt der rechtsrheinischen Bahnen (Eisenbahnbrücke 1855-59) wuchs Deutz überregionale Bedeutung zu, die 1856 zur Verleihung des Stadtrechts führte (1888 nach Köln eingemeindet). Die städtische und industrielle Entwicklung (1904-07 Bau des Industriehafens) wurde durch die preußischen Befestigungsanlagen eingeengt. Die Bebauung reichte damals bis zur Helenenwallstraße. 1907 wurden die militärischen Anlagen geschleift und die Stadt in den folgenden Jahren planmäßig erweitert und mit einer Ringstraße (Gotenring/ Justinianstr.) auf dem ehemaligen Glacis umgeben.

Im Bereich dieser Stadterweiterung liegt das o. g. Objekt. Sein flächige, nur wenige Zierelemente aufweisende Fassade ist durch die vier Fensterachsen streng vertikal gegliedert. Eine horizontale Gliederung entsteht dagegen durch den hohen Putzsockel, die breiten Fensteröffnungen und die Balkongitter (im 1. OG durch eine Stucktafel verbunden), so daß eine insgesamt ausgeglichene, ruhige Straßenfront entsteht. In den Einzelformen sind Anklänge an einen klassizistisch geprägten Jugendstil erkennbar (Stuckornamente, Balkongitter, Türrahmung und Putzsockel mit Quaderfugen). Prägnant in Erscheinung treten die Zierformen im Eingangsbereich (Steinrahmung der Tür, Wandfliesen im Flur).

Das Haus ist damit ein typisches Beispiel für die kurz vor dem 1. Weltkrieg in der Deutzer Stadterweiterung errichteten Bauten, deren Zahl mittlerweile durch Kriegsschäden und Umbauten wesentlich reduziert ist. Im Kreuzungsbereich Hasertstr./ Schaurtestr. hat sich noch ein Ensemble der Zeit erhalten (Hasertstr.1, 3, 5, 9/ Schaurtestr. 6, 8, 12 und die gegenüberliegende Schule Gotenring 40). Trotz einigen Veränderungen (neuer Putz, Dachumbau) heben sich das o. g. Objekt und das Eckhaus Schaurtestr. 8 wegen ihrer umfangreich erhaltenen Originalsubstanz von den stärker veränderten Nachbarbauten ab. Beachtenswert ist auch die qualitätvolle Innengestaltung (Motivkacheln) und der Gartenbereich mit ursprünglicher Einteilung. Aus den o. g. Gründen ist die das Haus Hasertstr. 2 unbedingt zu erhalten.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0