Kindergarten
Lorenzstraße 5 · Deutz
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_8374 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Kindergarten |
| Adresse | Lorenzstraße 5, 50679 Köln |
| Baujahr | 1954 bis 1955 |
| Architekt / Planung | A.J. Allard |
| Eigentum | städtisches / öffentliches Eigentum |
| Eingetragen seit | 12.11.1998 |
| Stadtteil | Deutz |
1954/55 erbaut, Architekt A. J. Allard; zweigeschossiger Baukörper mit flach geneigtem, vorkragendem Satteldach, zahnschittartig vor- und zurückspringende Putzfassade mit vorgelegtem durchlaufendem Balkon, Holzfenster und Türen original.
Straßenfassade: 7 Achsen, die 4 linken Achsen bestehen jeweils aus schmalem und breitem Wandsegment, die im stumpfen Winkel einander zugeordnet sind, im EG jeweils 1 schmales und 1 breites Fenster, im OG 1 Balkontür und 1 breites Fenster; die beiden rechten Achsen mit gerader Wand und 1 Fenster je Geschoß bzw. 1 Balkontür mit Fenster; in 3. Achse von rechts Eingang mit zweistufiger Treppe aus rotem Sandstein und Holztür, darüber OG-Fenster, Scharrierputz an Türrahmung und Fassadensockel; Balkon mit Metallgitter, zakkenförmig vor- und zurückspringend (versetzt zu den schrägen Fassadenwänden), 5 runde Stahlrohre stützen Balkon und Vordach (das Rohr links neben dem Eingang im EG entfernt).
Hoffassade: verputzt, links je Geschoß 4 quadratische Fenster, dann Hoftür mit Vordach und darüber großes Treppenhausfenster mit Glasmalerei (Blumenwiese und Dorf), dann jeweils 1 große quadratisches und zwei querrechteckige Fenster, davor Kellerabgang mit originalem Gitter, rechts sprossierte Glasfront mit Terrassentür, darüber Balkon auf 3 Stahlrohren (Brüstung erhöht) und Balkontür mit breitem Fensterband.
Innen: weitgehend original, im Eingangsbereich und Treppenhaus Kunststeinplattenboden, im Flur Terrazzoboden, zum Eingang und Erschließungsflur offenes Treppenhaus mit geschwungener zweiläufiger Treppe zum OG und Treppe zum Keller, Küche und Sanitärbereich umgebaut.
Garten: Vorgarten verändert: Eingangsbereich neu gepflastert und Einfriedung nachträglich, seitliche Hofmauer original mit erneuertem Gitter; ehem. rückseitiger Garten gepflastert.
Die 50er Jahre, die erste Wiederaufbauphase nach dem Zweiten Weltkrieg, geraten als inzwischen abgeschlossene Bauepoche immer mehr in das Bewußtsein der Allgemeinheit. Aus dieser Zeit verfügt Köln über eine Anzahl von Bauten besonderer architektonischer und städtebaulicher Qualität, die heute bereits Denkmalwert besitzen. Zu diesen gehört auch das Gebäude des Katholischen Kindergarten St. Heribert, der nach Abriß einer Kriegsruine 1955 von der Kirchengemeinde und nach Plänen des Architekten A. J. Allard neu errichtet wurde. Auf die Wiederherstellung der ehemaligen dreigeschossigen Bebauung wurde wegen der "bedeutenden Verbesserung der LuftLicht- und Sonneneinwirkung auf das Haus und den Spielhof für die Kinder" verzichtet (Dispensantrag 22.09.1954). Damit folgte man einem charakteristischen städtebaulichen Planungskonzepten der 50er Jahre. Auch bei der Gestaltung des Hauses selber wurde viel Wert auf eine möglichst großzügige Befensterung gelegt, so beträgt die Fensterfläche mehr als 1/5 der Bodenfläche und die Gruppenräume an der Straße sind durch die versetzten Wände sowohl der Süd- wie der Ostsonne zugewandt. Die Straßenfassade "ist, um dem Wesen der Kinder zu entsprechen, in bewußter Heiterkeit aufgelockert worden" (Bauantrag 22.09.1954). Erhöhte Sonneneinstrahlung und eine spielerische Note erhält die Fassade durch die im stumpfen Winkel zueinander versetzten Wandsegmente und den antizyklisch dazu vorspringenden filigranen Balkon. Trotz der differenzierten und belebten Fassadengestaltung wirkt die Fassade insgesamt ausgewogen, da die vor -und zurückspringenden Fassadenteile, durch die senkrechten Stahlstützen zusätzlich gegliedert, untereinander und mit den glatten Fassadenbereichen durch den durchlaufenden Balkon und das Vordach sowie die vorspringenden Giebelwände zusammengefaßt werden. Die Hoffassade wird durch das große Treppenhausfenster akzentuiert, die trotz der Nordlage des Treppenhauses für eine ausreichende Belichtung sorgt. Der Außengestaltung entspricht die großzügige und helle Gestaltung im Inneren, wo Eingangsbereich, Flur und Treppenhaus in einander übergehen. Besonderer Blickpunkt ist die fast kreisrund geschwungene Treppe zum OG, die sich, zurückhaltender, auch in das UG fortsetzt.
In städtebaulicher und baukünstlerischer Hinsicht, aber auch als ortsgeschichtlich wichtiges Denkmal des Wiederaufbaus von Deutz ist der Kindergarten daher unbedingt zu erhalten.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0