Wohnhaus

Ulmenallee 9 · Sürth

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_8414
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Ulmenallee 9, 50999 Köln
Baujahrum 1912
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 19.07.1999
Stadtteil Sürth

Erbaut um 1912, Architekt Max Stirn.

Zweigeschossiges Wohnhaus, Putzfassaden mit Geschoßteilung durch, umlaufendes pfannengedecktes Gesims, rechteckiger Hausgrundriß; quer zur Straße verlaufender First, pfannengedecktes Mansarddach mit Schopf und Fußwalm; erkerartiger Anbau im Süden. Südostecke im EG später geschlossen.

Straßenfassade: Hauseingang zu beiden Seiten von dreiteilig aufgeputztem Blend-rahmen gegliedert, unter einem profilierten Gesims zusammengefaßt, darin in die Wand eingeschnittene kleine Fenster mit stark abgeschrägten, verblechten Sohlbänken, Eingangstür von Lisenen flankiert und von Segmentbogen überfangen; sechs-teilige Sprossenfenster in je zweifacher Anordnung im Erd- und erstem Obergeschoß, drei Treppenhausfenster in flacher Wandnische, Fenster jeweils unter profiliertem Sturzgesims; Fenster überwiegend erneuert, Haustür original; Giebelwand: Sprossenfenster mit Flügelläden. Dach verändert (Spitzboden ausgebaut, Dachflächenfenster).

Seitenwände, Gartenfassaden: Sprossenfenster einzeln oder doppelt angeordnet, stark abgeschrägte, verblechte Sohlbänke. Loggia unter Segmentbogen (Rückfront, erstes Obergeschoß). Rückwärtiger Schopf nachträglich fast vollständig verglast.

Innere Struktur und Ausstattung weitgehend original, vor allem auch die hölzerne Treppenanlage.

Bestandteil des Denkmals ist auch die das Haus umgebende Gartenfläche (Parzelle 1179/145). Die straßenseitige Einfriedung (Sockel und Pfosten) ist original, Tür und Eisengitter aus jüngerer Zeit.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Sürth – als Bestandteil der Gemeinde Rodenkirchen seit 1975 zu Köln gehörig – wurde im Jahre 1059 erstmalig in einer Urkunde erwähnt. Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts waren Fischfang und Landwirtschaft die Haupterwerbszweige der Bewohner. Kurz nach 1900 wurde der Ort durch den Bau der Kälteindustrie und deren damit verbundenen Werkswohnungsbau im Norden erweitert. Um 1910 nutzte der Kölner Architekt Max Stirn zusammen mit der Cölner-Gelände-Gesellschaft die idyllische Lage des Ortes zum Bau einer Landhauskolonie im Bereich Ulmenallee und Oberbuschweg. Die differenziert gestalteten Einzel- und Doppelhäuser und Drei-Häusergruppen verschmelzen mit den großzügig angelegten Gärten zu einer harmonischen Einheit.

Das Wohnhaus Ulmenallee Nr. 9 ist integraler Bestandteil dieser auch aus städtebaulicher Sicht einzigartigen Gesamtanlage, deren Erscheinungsbild im wesentlichen erhalten geblieben ist. Ebenso wie die Baudenkmale Ober Buschweg Nr. 22, Ulmenallee 6-8, 10-14, 16-18, 20-22 und das denkmalwerte Gebäude Ulmenallee Nr. 1 stellt das Haus Nr. 9 ein unverzichtbares Dokument der historischen Bebauung dar und ist somit unbedingt erhaltenswert. Wesentlicher Bestandteil ist dabei auch die Gartenanlage, die bei einer Landhauskolonie als wesentliches Merkmal zum Typus der Gesamtanlage gehört.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0