Wohnhaus

Ürdinger Straße 13 · Nippes

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_8520
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Ürdinger Straße 13, 50733 Köln
Baujahrum 1900
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 23.01.2001
Stadtteil Nippes

Erbaut um 1900; 4 Geschosse, 4 Achsen; Stuckfassade im Stil der Renaissance;

1. OG betont durch aufwendig gestaltete und farbig abgesetzte Fenstergewände; Sohlbankgesimse mit Friesen; Segmentbogenfensteröffnungen mit modernisierten hochrechteckigen Fenstern (mit Oberlichten).

EG mit Bossenwerk, Putzsockel und Rundbogenfenstern.

In rechter Achse Hauseingang mit einer niedrigen Stufe und Rundbogen; Haustüre (mit Oberlicht) verändert.

Satteldach (nach Zerstörung durch Bombentreffer in der Nachkriegszeit wiederhergestellt und teilweise zu Notwohnungen ausgebaut).

Im Innern:

Im Vestibül farbige Fliesen durchgehend bis zur Hoftüre original erhalten;

Decken größtenteils abgehängt, Deckenstuck im Vestibül und in nahezu in allen Räumen entfernt (nur noch in einem Raum im 1.OG vorhanden), orig. Türlaibungen und Türen in Resten erhalten.

Originale Holztreppe mit hölzernen Antrittspfosten, hölzernem Handlauf und gedrechselten Stäben teilweise original erhalten (Kriegsschäden verändernd ersetzt), hölzerne Podeste.

Rückseite:

backsteinsichtig; ältere Fenster in 4 Achsen; Balkone; weit vorkragende hölzerne Traufe.

Das o.g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Im Gebiet des heutigen Stadtteils Nippes sind Ansätze industrieller Produktion bereits ab 1800 nachweisbar: Diese Entwicklung setzte sich in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts fort und ließ den 1888 nach Köln eingemeindeten Stadtteil zu einem wichtigen Industriestandort heranwachsen. Die Neusser Straße, eine ursprünglich römische Straße, gewann durch die neuen Fabrikstandorte Bedeutung für den sich ausweitenden Vorort. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts wuchs der Ort, dessen Hauptverkehrsachsen die Mauenheimer-, Merheimer- und Niehler Straße bildeten, rasch an. Diese Entwicklung ist begründet in der räumlichen Nähe zur Kölner Innenstadt und in der verkehrsgünstigen Anbindung durch einen eigenen Bahnhof. Es entstanden neue Wohnbereiche beiderseits der Kempener Straße (um die damals errichteten Kirchenbauten St. Marien und die Lutherkirche). Im wesentlichen prägen bis 1900 entstandene zwei- bis dreigeschossige, oft drei Fenster breite Wohnhäuser in Backstein mit sparsamen Dekorationsformen, und bis ins frühe 20. Jahrhundert geschaffene drei- bis viergeschossige Bauten mit teilweise reich dekorierten Stuckfassaden den Stadtteil. Westlich der Achse der ehemaligen Bahnlinie Köln-Neuss-Krefeld, der heutigen Kempener Straße, entstand im Zuge der 1859/60 gegründeten zentralen Eisenbahnwerkstätte ein Komplex von Wohnbauten für die dort Beschäftigten. Die Bezeichnung „Sechzig“ für diesen Ortsteil weist auf das zu diesem Zweck erworbene Gelände von 60 Morgen Fläche hin.

Die Ürdinger Straße ist eine von der Sechzigstraße abgehende kleine Wohnstraße südlich des ehem. Eisenbahnausbesserungswerkes. Der südwestliche, außerhalb des Ensemblegebietes von Nippes gelegene Teil wurde im Zweiten Weltkrieg größtenteils zerstört; Restbestände sind erhalten mit den Hausnummern 3 (Fassade), 13 und 15. Diese Gebäude prägen durch ihre aufwendig gestalteten Fassaden das Erscheinungsbild der Ürdinger Straße. Trotz Kriegsschäden, Wiederherstellung und spätere Modernisierung ist die Erhaltung des Hauses Ürdinger Straße 13 daher aus sozial-, städtebau- und architekturgeschichtlichen Gründen notwendig.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0