Wohnhaus
Steinbergerstraße 19 · Nippes
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_8527 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Steinbergerstraße 19, 50733 Köln |
| Baujahr | 1912 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 20.03.2001 |
| Stadtteil | Nippes |
Teil der Wohnhausgruppe Auguststraße 15-19, Steinberger Straße 19-35, erbaut 1912 (inschriftl. dat. an Haus Nr. 25); Architekt: Hans Merker, Köln-Nippes.
3 Geschosse, 5 Achsen. Putzfassade mit sparsamen Stuck-Dekorationen und Gliederungen (Stockwerksgesimse) im strengen späten geometrischen Jugendstil; je ein Erker in 2. und 4. Achse, neben den Erkern über dem 1. OG aus der Fassade vorspringende Pseudo-Pultdächer.
Orig. zwei- und dreigeteilte Jugendstil-Fenster mit Oberlichten, in 3. Achse im 2. OG Rundbogenfenster.
Ausgebautes steiles Mansarddach mit zweigeschossigem (Dreiecks-)Giebelhaus mit je 3 Fenstern, flankiert von 2 Dachhäusern mit je 2 Fenstern; vorkragendes Traufgesims.
Im EG Rollläden
Betonung der Mittelachse durch hohen rundbogigen Hauseingangsbereich (vgl. Fenster im 2. OG), darin orig. Haustüre mir achteckigem Glasfenster und farbig bleiverglastem Oberlicht.
im Innern:
Im Vestibül orig. s/w-Bodenfliesen; orig. Wandverkleidung in Marmor.
Zimmertüren teilweise original erhalten.
Das Gebäude konnte im Inneren nur rudimentär, die Rückseite gar nicht besichtigt werden. Bezüglich des Innenzustandes wird verwiesen auf die übrigen Gebäude der Wohnhausgruppe Auguststraße15-19/Steinberger Straße 19-31.
Das o.g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NRW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die bislang dörfliche Siedlung Nippes zu einem bedeutenden Industrieort, der als Bestandteil der Bürgermeisterei Longerich 1888 nach Köln eingemeindet wurde. Nachdem rapides Bevölkerungswachstum zu großer Wohnungsnot geführt hatte, erlebte Nippes von etwa 1895 bis in die frühen 1910er Jahre einen regelrechten Bauboom. Nach der Jahrhundertwende, mit einer gewissen Stagnation der industriellen Entwicklung und als auf dem Trassengelände des aufgegebenen Streckenabschnittes der Köln-Krefelder Eisenbahn, die bisher den Ort in zwei Teile zerschnitten hatte, die Kempener Straße als breite Alleestraße entstand, wurde Nippes allmählich zum beliebten Wohnort auch wohlhabenderer Schichten des Mittelstandes. Die Steinberg Straße wurde angelegt 1890/91 als (wie bis heute) Verbindung zwischen Neusser Straße und Siebachstraße (dazwischen damals noch die Bahntrasse).
Der platzartige Kreuzungsbereich von August-, Steinberger- und Kempener sowie Steinberger- und Christina-Straße (von Osten nach Westen) wurde fortschreitend seit etwa 1903 bis 1912 bebaut. Er zeigte einst zahlreiche markante Eckbauten und eine malerische Häusergruppe an der hier freiliegenden Ostseite der Christinastraße. Mehr oder weniger stark verändert erhalten geblieben sind nur die Eckbauten Kempener Straße 24 und 26, Christinastraße 31 und die 1912 errichtete große Wohnhausgruppe Auguststraße/Steinberger Straße (mit dem Haus Auguststraße 19 sowie gegenüberliegend Steinberger Straße 26 als unverzichtbaren städtebaulichen Dokumenten der historischen Eckbebauung in dem durch Kriegszerstörungen stark beeinträchtigten Kreuzungsbereich). Das erhaltene, städtebaulich bedeutende Ensemble Steinberger Straße 19-31 (33 und 35 stark verändert) und Auguststraße 15-19, dessen integralen, unverzichtbaren Bestandteil das Haus Steinberger Straße 19 bildet, ist mit seinen stilreinen Fassaden, der Plastizität seines Dachaufbaues und der großzügig geschnittenen Wohnungen ein wertvolles Zeugnis dieser Entwicklung und daher aus orts-, bau- und architekturgeschichtlichen Gründen zu erhalten.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0