Wohn- u. Geschäftshaus
Siebachstraße 41 · Nippes
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_8569 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Siebachstraße 41, 50733 Köln |
| Baujahr | um 1890 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 03.01.2002 |
| Stadtteil | Nippes |
Erbaut um 1890; 4 Geschosse, (3 Vollgeschosse, 1 Attikageschoss), 3 Achsen;
flaches Satteldach.
Putzfassade mit sparsamen, die Fensteröffnungen hervorhebenden Stuckgliederungen.
Stockwerksgesims zwischen EG und 1. OG, Sohlbankgesims im 2. OG.
Segmentbogenfenster im 1. und 2. OG, hochrechteckige Fenster im Attikageschoss. Alle Fensterrahmen modernisiert und verändert.
EG verändert, original erhalten sind die zweiflügelige Haustüre mit Glaseinsätzen, Ziergittern und Oberlicht sowie in Resten die Lochblechrahmung des Ladenfensters.
Im Innern:
Original erhalten im Vestibül: Fliesenboden, holzverkleidete Wände, Stützbogen, hölzerne Treppe mit hölzernem Handlauf, Antrittspfosten und gedrechselten Stäben, teilweise die hölzernen Türblätter und -rahmen.
Rückseite:
Backsteinsichtig; modernisierte Gaube; 2 niedrige Anbauten, davon einer mit Fachwerk.
Das o.g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sine des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
In der zweiten Hälfte de 19. Jahrhunderts entwickelte sich die bislang dörfliche Siedlung Nippes - mit der Bürgermeisterei Longerich nach Köln eingemeindet 1888 - zu einem bedeutenden Industriestandort. Südlich der Zentral-Eisenbahnwerkstätten entstand seit den 1860er Jahren das neue Arbeiterviertel "Sechzig", als dessen östlichste Straße um 1870 die Siebachstraße angelegt wurde. Die das heutige Erscheinungsbild de schmalen Straße prägenden schlichten Wohn- und Geschäftshäuser des 19. Jahrhunderts stammen aber fast alle nicht aus der Frühzeit des "Sechzig", sondern aus den 1880er und 1890er Jahren.
Das Haus Siebachstr. 41, erbaut um 1890, ist zusammen mit seinen unmittelbaren, zur gleichen Zeit erbauten und in der Fassadengestaltung nahezu identischen Nachbarn Nr. 39 und 43 ein unverzichtbarer Bestandteil dieses im Erscheinungsbild im ganzen recht gut erhalten gebliebenen Ensembles. Zugleich ist das Haus ein wertvolles Dokument der langwierigen Entstehungsgeschichte des Quartiers um die Wilhelmstraße. Angelegt 1873/74, also eine der alten Straßen des modernen Nippes, hatte die ursprüngliche Wilhelmstraße lediglich Niehler und Neusser Straße miteinander verbunden. Erst Ende der 1890er Jahre begann der Ausbau zu einer Verlängerung über die Neusser Straße hinaus bis hin zur Merheimer Straße. Als letztes Stück entstand die Partie zwischen der seit 1900 als breite Alleestraße gestalteten Kempener und der Siebachstraße.
Das Haus Siebachstraße 41 dokumentiert - zusammen mit den Nrn. 39 und 43 die spätere Ausbauphase nach der Eingemeindung nach Köln. Es ist aus ortsgeschichtlichen, städtebaulichen und architekturgeschichtlichen Gründen zu erhalten.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0