Büro- und Fabrikgebäude (Hinterhaus)

Kamekestraße 21 · Neustadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_8577
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungBüro- und Fabrikgebäude (Hinterhaus)
Adresse Kamekestraße 21, 50672 Köln
Baujahrum 1910
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 06.05.2002
Stadtteil Neustadt/Nord

Erbaut um 1910; 4-geschossiges, 4-achsiges Hinterhaus mit Flachdach, nördl. nachträglich angebauter Aufzugschacht. Hauptfassade zum Hinterhof des Wohnhauses Kamekestr. 21.

Fassade:

Backsteinsichtig (rot), gegliedert durch horizontale Backsteinbänder in Höhe des unteren und oberen Fensterabschlusses; Mehrheitlich originale Fenster mit Metalleinfassung, annähernd quadratisch mit kleinteiliger Sprossengliederung; Sohlbänke leicht vorkragend; Fenstersturz betonsichtig; Traufgesims.

Treppenhausachse (links) mit Segmentbogenfenstern, die Backsteingliederung hier versetzt angeordnet;

Im Inneren original erhalten:

1. Treppenhaus: Betontreppen und Metallgeländer mit Mipolamhandlauf;

2. Treppenhaus: Terrazzostufen und Metallgeländer mit Holzhandlauf;

Betondecken mit Betonstützen in den Hallen; Decken mit schlichter, flächiger Stuckrahmung im 1. OG; Türen teilw. erneuert;

Bei dem Fabrikgebäude im Hinterhof der Kamekestr. 21 handelt es sich um ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist sowie auch für die Entwicklung der Arbeits- und Produktionsverhältnisse als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Das Gebäude dokumentiert mit seinem Baualter die Entstehungszeit des nordwestlichen Neustadtbereichs um die Jahrhundertwende. Die von H.J. Stübben geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Im Zuge ihrer 1881 beginnenden Durchführung entstand westlich der Ringe zwischen Gladbacher- und Zülpicher Straße das sogenannte "Westend", ein gutbürgerliches Wohnviertel, dessen Stadtorganismus geprägt ist von vornehmen, meist mit reicher Fassadengliederung versehenen Mietshäusern. Die Kamekestraße, die im wesentlichen in den Jahren um die Jahrhundertwende bebaut wurde, liegt wie auch die angrenzenden Parallelstraßen Werder- und Spichernstraße im Geviert zwischen den Hauptverkehrsachsen Venloer- und Gladbacher- bzw. Erftstraße, westlich des Stadtgartens und der Begrenzung durch die Bahnlinie mit anschließendem Grüngürtel und südöstlich des Neubaugebietes Mediapark.

Das Hinterhaus Kamekestr. 21 ist Bestandteil des neustädtischen Bauensembles mit vorwiegend viergeschossigen Wohnhäusern mit in den Blockinnenbereich ragenden Seitenflügeln und z.T. Hinterhäusern der Zeit des Historismus und des Jugendstils.

Von ortsgeschichtlicher Bedeutung ist die am Gebäude ablesbare Tatsache, dass damals die Straßenrandbebauung gleichzeitig mit einer Hinterhofbebauung erfolgte. Ursache für eine derartige, größtmögliche Nutzung war der hohe Grundstückwert innerhalb der Neustadt.

Weiterhin ist das Gebäude bedeutend für die Entwicklung der Arbeits- und Produktionsverhältnisse in der Neustadt. Die gewerbliche bzw. industrielle Nutzung der Neustadt erfolgte in überwiegendem Maß im Innenbereich der Baublöcke auf dicht gedrängtem Raum.

Für die Erhaltung liegen wissenschaftliche – hier architekturhistorische - Gründe vor, die aus den heute in Köln im Zusammenhang mit technischen Denkmälern nur noch selten vorhandenen Gestaltungsformen der Jahrhundertwende resultieren:

Schlichte, funktionale Bauweise, durchgehend eingehaltene, vertikale, verschieden breite Fensterachsen, kleinteilig untergliederte Fensterflächen, Treppenhaus mit schlicht gestaltetem Eisengeländer und mit Metallträgern verstärkte Betondecken.

Eine Besonderheit sind die Stuckdecken im 1. OG. Diese Räume, wie auch die Räume im Vorderhaus sind vermutlich auch aufgrund der Nutzung als Büroräume repräsentativer gestaltet.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0