Wohnhaus

Unter Kahlenhausen 29 · Altstadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_8675
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Unter Kahlenhausen 29, 50668 Köln
Baujahr1903 bis 1913
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 30.12.2004
Stadtteil Altstadt/Nord

Erbaut um 1908, 3 Achsen, 4 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoss mit zwei Gauben, Putzfassade mit Stuck in Formen des Jugendstils, EG verändert, ehem. mit Ladenlokal, Fassadengliederung von Haus 29 und 27 annähernd symmetrisch.

Straßenseitige Fassade:

Linke Achse betont durch flachen erkerartigen Vorsprung auf segmentbogenförmigem Grundriss in den Obergeschossen, Vorsprung kolossalordnungsartig mit Pilastern gerahmt, im 3. OG Fenster mit Rundbogenabschluss und Brüstungsfeld mit Medaillon und Girlanden.

Fenster der beiden rechten Achsen mit Korbbogen im 1. u. 2. OG und reicher Putzrahmung, aufwendige Schlusssteine mit Stuckmedaillon und/ oder Girlanden, im 3. OG Fenster mit Rundbogenabschluss, dessen Schlusssteine gleichzeitig Bestandteil des profilierten Traufgesimses sind.

EG verändert und zu Wohnzwecken umgenutzt, Stuckfeld mit vermutlich ehemaliger Werbeaufschrift in Resten erhalten; zwischen EG und 1. OG umlaufendes Sohlbank- und Stockgesims;

Fenster und Haustür erneuert.

Rückfassade:

Backsteinsichtig, 2 Achsen, sowie 2-achsiger Anbau;

Fenster teilweise original mit Segmentbogen, teilweise erneuert.

Im Inneren original erhalten:

Grundriss weitgehend;

Vestibül: Bodenfliesen mit geometrischem Muster, Wand (brusthoch) mit Holzvertäfelung, darüber kannelierte umlaufende Wandvorlagen.

Stützbogen ebenfalls mit kannelierter umlaufender Wandvorlage; Kellertür.

Treppenhaus: Terrazzotreppe, schmiedeeisernes Geländer und Holzhandlauf,

Am alten Straßenzug Unter Kahlenhausen hatte die Patrizierfamilie von Kessel, ursprünglich „de caldario“, den Gutshof Kaldenhausen.

Auch für die Zeit vor der heutigen Bebauung lässt sich eine Nutzung des Grundstückes Unter Kahlenhausen 27-29 nachweisen. Lt. Grevens Adressbuch hat hier das Mietshaus der Erben Schäfer gestanden, in dem vorwiegend Handwerker und Tagelöhner untergebracht waren. Im Jahr 1908 ist dann von einem Neubau die Rede.

Die nördliche Kölner Altstadt (Abschnitt im Bereich Konrad-Adenauer-Ufer/ Thürmchenswall/ Dagobertstraße) weist die besonderen Vorzüge der Nähe zu Flora/ Zoologischem Garten, der gehobenen Wohnbebauung der nördlichen Neustadt, und zum Citybereich auf. In diesem Bereich entstanden infolgedessen für eine mittelständische und gehobene Bewohnerschaft errichtete, in Anpassung zur zeitgemäßen Neustadtbebauung, 4- bis 4 ½ -geschossige Wohn- und Mietwohngebäude auf relativ breiten Parzellen mit Anbauten und Seitenflügeln mit Seitenbauwohnungen im rückwärtigen Bereich, sowie einer engen Hofsituation.

Dieses Wohn- und Geschäftshaus ist Bestandteil eines mit den Nachbarhäusern Nr. 27 und 31-33 gebildeten Ensembles. Gestalterisches Merkmal sind die symmetrisch angeordneten flachen Erker auf segmentbogenförmigem Grundriss, bei Nr. 27-29 in den Innenachsen und Nr. 31-33 in den Außenachsen. Als Teil der ursprünglichen planmäßigen Bebauung der Straße sind diese Gebäude mit weiteren in der Nachbarschaft stehenden Objekten und angrenzender Seitenstraßen Teil des städtebaulichen Ensembles von hauptsächlich 4 – 4 ½ -geschossigen und 3- bis 4-achsigen Häusern mit historistischen Fassaden.

Aufgrund der Erhaltung wesentlicher Teile der Originalsubstanz, insbesondere der straßenseitigen Fassade mit Stuckdekor und backsteinsichtiger Rückfassade ist das Gebäude Unter Kahlenhausen 29 für das Erscheinungsbild des Bereiches Altstadt und als Dokument sowohl des Sozialstatus als auch der Repräsentationsbestrebungen seiner Bewohner von Bedeutung. Als Zeugnis für die reiche Kölner Stadtarchitektur zu Beginn des 20. Jahrhunderts ist es daher aus städtebaulichen, künstlerischen und architekturgeschichtlichen Gründen zu erhalten.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0