Filzengraben
Trägt einen mittelalterlichen Namen — der altkölnische Wortform nach Adam Wrede ist „Fezejrave", abgeleitet vom altkölnischen „viltz" = Filz. Im Mittelalter sollen sich hier nach traditioneller Deutung die Filzhutmacher (Filzerer) niedergelassen haben, die ab dem 12. Jahrhundert in Köln aus Wollfilz Hüte und Mäntel produzierten. Eine andere Quelle spricht eher von Faßbindern, die hier ansässig waren. Der Filzengraben war Teil des großen Areals südlich der Hohe Pforte, in dem Färber, Tuchmacher und Lederwarenhandwerker wohnten — er liegt heute zwischen Heumarkt und Severinstraße im Bereich der ehemaligen römischen Südstadt. Im Krieg 1944 stark zerstört, wurde der Filzengraben in den 1950er Jahren neu bebaut.
Am Filzgraben arbeiteten früher die Hutmacher, oder Filzer, die den Verlauf des Duffesbach durch die Altstadt für ihre Arbeit nutzten. Aus Haar- und Tuchfilz machten sie Hütte und andere Erzeugnisse. Auf einem an der Straße gelegenen Grundstück bestand ab dem 17 Jahrhundert ein Kloster, dass jedoch 1802 durch eine Wollfabrik ersetzt wurde, bevor es die evangelische Gemeinde erwarb und darauf die Trinitatiskirche erbauen ließ. Die 1860 fertig gestellte Kirche war bei Fertigstellung des Doms der Ort für den feierlichen Dankgottesdienst. Sogar Kaiser Wilhelm I. nahm anläßlich dieses Ereignisses in dem Gotteshaus Platz.
Der Filzengraben verläuft von Mühlenbach zum Rheinufer Am Leystapel.