Wohn- u. Geschäftshaus
Balthasarstraße 61 · Neustadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_0953 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Balthasarstraße 61, 50670 Köln |
| Baujahr | um 1895 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 21.01.1982 |
| Stadtteil | Neustadt/Nord |
Erbaut um 1895, Eckhaus zur Neusser Straße, 4 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß, 5 Achsen zur Balthasarstraße mit 3-geschossigem und 2-achsigem Erker (verändert), 2 Achsen zur Neusser Straße, 1-achsige Eckabschrägung mit zweigeschossigem Erker, Putzfassade mit Fugenschnitt und gotisierenden Stuckelementen.
Außen: breiter Spiegel zwischen Erdgeschoß (verändert) und 1. OG, Fenstergewände im 1. OG gestelzt und profiliert, mit Segmentverdachungen und Schlußsteinen; 2. OG mit Sohlbankgesims, Fenstergewände wie 1. OG, Verdachungen korbbogig, Schlußsteine wie 1. OG, Eckerkerbrüstung durch stilisiertes Blattwerk betont; Fenster im 3. OG mit Sohlbänken, profilierten Gewänden und angedeuteten Giebelverdachungen mit Dreipässen im Giebelfeld, Fenster in Eckabschrägung schulterbogig verdacht, von Dreipaß in Erkerbreite überfangen, Austritt auf flachem Erkerdach als Balkon, Brüstung durch Maßwerk akzentuiert; Treppengiebel als oberer Abschluß der Eckabschrägung mit unprofiliertem Fenster; umlaufender Dreipaßfries unterhalb des Traufgesimses, durch Erker unterbrochen; Fensterflügel erneuert, Fenstergewände des 3-geschossigen Erkers unprofiliert und ohne Verdachung; Dachzone verändert: 2-geschossige Erschließung, 3 originale Schleppgauben - 1 zur Balthasarstraße, 2 zur Neusser Straße; Rückseite roter Backstein.
Innen: Treppenhausboden mit Fliesen in Schachbrettmuster (schwarz/rot und schwarz/weiß), Treppe bis 1. OG mit Terrazzostufen, Geländer mit horizontalen und vertikalen Metallstäben, letztere jeweils zu Paaren zusammengefaßt, profilierter Holzhandlauf; ab 1. OG Holzstufen, gedrechselte Geländerstäbe, profilierter Holzhandlauf, Dielenpodeste, profilierte Sockelleisten; Wohnungstür mit Rahmung nur im 2. OG, im 1. OG lediglich Rahmung original; in den Wohnungen nur noch teilweise Deckenkehlung mit Kehlgesims und Stuckrosette.
Die vom Stadtbaumeister Josef Stübben geplante und 1880 begonnene Kölner Neustadt stellt die bedeutendste Stadterweiterung des späten 19. Jahrhunderts im Deutschen Reich dar. Sie kennzeichnet sich einerseits durch einen regelhaften Grundriß mit 4- bis 5-geschossiger Bauweise, andererseits durch verschiedenartige, in sich homogene Wohnviertel.
Die Bebauung der nördlichen Neustadt im Bereich der Neusser Straße und der Riehler Straße, des sogenannten "Gerichtsviertels", ist durch eine höheren Ansprüchen gerecht werdende Architektur gekennzeichnet. Das Viertel erhielt seinen Nmane durch das repräsentative Gerichtsgebäude am Reichensperger Platz.
Das Haus Balthasarstr. 61 ist durch seine Ecklage ein unverzichtbarer Bestandteil des denkmalwerten Gebäudeensembles entlang der Neusser Straße zwischen Balthasar- und Weißenburgstraße. Mit seinen neugotischen Stilelementen nimmt es ferner deutlich Bezug zur benachbarten Kirche St. Agnes (erbaut 1896 - 1903) auf.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0