Wohnhaus
Ubierring 39 · Neustadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_3511 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Ubierring 39, 50678 Köln |
| Baujahr | um 1905 bis 1906 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 18.03.1986 |
| Stadtteil | Neustadt/Süd |
Ortsgeschichtlich bedeutuend ist das stattliche, um 1905/06 erbaute Mietwohnhaus als Dokument des aufwendigen, schmuck- und detailfreudigen Baustils der Kölner Neustadt, der großen Stadterweiterung nach dem Abbruch der mittelalterlichen Stadtmauer . Über dem Grundriß dieser Befestigung entstanden die Ringstraßen mit den repräsentativen Villen und Mietshäusern der wohlhabenden Kölner Bürger, mit dem Opernhaus und verschiedenen Museen: Auch das hier bewertete Haus gehört zu den schönen Bauwerken des ehem. Prachtboulevards, von denen sich nur wenige über den Krieg erhalten haben.
Baugeschichtlich bedeutend ist das 4geschossige, 3achsige Traufenhaus mit Sockelgeschoß, Souterrain und Giebelgeschoß aufgrund seiner Stuckfassade im Jugendstildekor. Über einem gequaderten Erdgeschoß mit aufgekröpftem Gesimsabschluß erhebt sich die in Fugenschnitt und Rauhputzfeldern strukturierte Fassade, deren Mitte durch einen 3geschossigen Erker plastisch hervorgehoben wird. Eine weitere Betonung der Mittelachse erfolgt durch den girlandenförmig geschwungenen Giebel mit Okulus, Feston und geometrischer Ornamentik. Die Bauzier des Hauses besteht im wesentlichen aus typischem Jugendstildekor wie Festons, Fächerrosetten, Friesen etc. in den geraden, rundbogigen oder geschweiften Fensterrahmungen sowie den Fensterbekrönungsfeldern und Fensterbrüstungen. Zwei originale Dachgauben mit Dreieckgiebel in der Manier des mittleren Blendgiebels, die zum großen Teil noch originale Fensterteilung sowie schmiedeeiserne Fenstergitter im Souterrain vervollkommnen die ästhetische Einheit der Fassade. Trotz einiger weniger Detailverluste in der Portalzone verdeutlicht die Fassade als konstruktiver Teil des Hauskerns Proportion, Geschloßgliederung und -höhe des Gebäudes.
Im Innern des Hauses ist an originalen Ausstattungsteilen noch erhalten: im Hauseingang Marmorfußboden und -treppe, 2farbiger Marmorwandsockel, Holzhandlauf mit schmiedeeiserner Aufhängung, Wand- und Deckenstuck (Bandelwerk, Friese und Bögen), im Treppenhaus Terrazzotreppe und -boden (geometrisches Dekor), gedrechseltes Geländer nebst Antrittswange, vollständig erhalten geschwungene Wohnungstürabschlüsse mit Oberlichtfenster, zum großen Teil Wohnungstüren, Stuckdecken (bzw. Friese) im ersten und dritten Obergeschoß.
Städtebaulich bedeutend ist das Objekt als Bestandteil eines lückenlos erhaltenen Gebäudeensembles mit den Häusern Nr. 35 bis 61, das in dieser Vollständigkeit Seltenheitwert besitzt und in Zusammenhang mit dem begrünten breiten Mittelstreifen der Straße das ursprüngliche, repräsentative Erscheinungbild der Ringstraße dokumentiert.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0