Wohn- u. Wirtschaftsgebäude

Lothringer Straße 40 · Neustadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_0995
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Wirtschaftsgebäude
Adresse Lothringer Straße 40, 50677 Köln
Baujahr1897
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 28.04.1982
Stadtteil Neustadt/Süd

Das im Jahr 1897 nach dem Plan von Franz Brautzky errichtete Stall- und Wirtschaftsgebäude gehörte zur gleichzeitig errichteten Villa Guilleaume am Sachsenring. Das Gebäude Lothringer Straße 40 war der Blickpunkt zu dieser Villa zur Gartenseite.

Das Gebäude bildet mit einem höheren, zurückliegenden Haupttrakt und zwei rechtwinkelig anliegenden, niedrigen Vorbauten einen zur Lothringer Straße geöffneten Hof. Der malerische Baukomplex wirkt von unten nach oben zunehmend aufgelockert. Über dem ruhigen, bis auf die Tordurchfahrt geschlossen erscheinenden Untergeschoß mit seiner Backstein- bzw. Putzfassade und Werksteingliederungen folgt das im Grundriß verwinkelte und in den Fensterformen uneinheitlich gestaltete Hauptgeschoß mit überwiegend Fachwerkfassaden. Die variationsreiche Dachlandschaft mit den unterschiedlichen Firsthöhen von Haupt- und Nebentrakten steigert mit den verschiedenartigen Dachausbauten (Schleppgauben, Dachhäuschen, Dacherker, Schweifgiebel des Turmanbaus) den den Baukörper auflösenden, malerischen Effekt.

Aus kunstgeschichtlicher Sicht stellt das Gebäude eines der wenigen, erhaltenen Bauwerke des Kölner Architekten, Maler und Bildhauer Franz Brautzky dar. Es handelt sich um einen Bau des Heimatstils. Wie auch in England ist hier an einem Nebengebäude relativ früh schon mit dem Rückgriff auf ländliche Bauweisen der Anstoß zu neuen Formentwicklungen des Wohnhauses gegeben. Es gelang dem Architekten, unter Vermeidung von bizarren Formen, das Poetische und Idyllische mit dem Eindruck des Bodenständigen, Gediegenen und Echten zu verbinden. Nicht die große Villa sondern dieser bescheidene Bau war schon für die damaligen Zeiten ausstellungswürdig, d.h. das Stallgebäude wurde auf der Berliner Kunstausstellung im Jahr 1901 gezeigt.

Darüber hinaus hat das Gebäude auch Bedeutung für die Ortsgeschichte. Es handelt sich um eines der letzten Beispiele der aufwendigen Remisengebäude, die früher in den Villengebieten der Kölner Neustadt zahlreich vertreten waren.

Aus städtebaulicher Sicht erzeugt das Haus mit dem parkartigen Garten einen künstlerisch reizvollen Blickfang innerhalb einer an originaler Bausubstanz arm gewordenen Wohnumgebung.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0