Schule
Sachsenring 79 · Neustadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6735 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Schule |
| Adresse | Sachsenring 79, 50677 Köln |
| Baujahr | 1955 bis 1956 |
| Architekt / Planung | Hans Schilling |
| Eigentum | kirchliches Eigentum |
| Eingetragen seit | 16.02.1993 |
| Stadtteil | Neustadt/Süd |
1955/56 erbaut, Architekt Hans Schilling; Teil eines Gebäudekomplexes (ehemalige Schmerenbeckschule); mehrteiliger 1-2geschossiger Eisenbetonskelettbau mit Souterrain auf unregelmäßigem Grundriß; linker Gebäudeteil am Sachsenring über dem Erdgeschoß zurückspringend und mit hierauf befindlichem Balkon (neueres Brüstungsgitter), leicht geneigtes Flachdach; rechter Teil des Baukörpers etwas vorgezogen sowie nach vorne hin ansteigend, pultdachartig geneigtes Flachdach; Rasterfassaden mit Putzflächen; Fenster bzw. Fensterbänder weitgehend in Originalteilung erneuert. Rückwärtig etwas versetzt angefügter 2geschossiger Gebäudeteil mit bogenförmig gewölbten Dach (zum Ring hin vorkragend sowie nach oben schwingend) und Backsteinfassaden, Treppenhausverglasung sowie Fenster erneuert. Rückseite sonst verputzt und mit anschließendem 2geschossigen Verbindungstrakt (ehemals 1geschossig, Fassade hier mit neuerer Verblendung), Fenster weitgehend in Originalteilung erneuert, Eingangstür (im Verbindungstrakt) verändert. Im Innern original erhalten: im Treppenhaus Kunststeinfliesenboden, Wandabschnitt aus Backstein mit dem Grundstein ("LAPIS PRIMARIUS AD MCMLV"), Rundstahlstützen, 2 künstlerisch gestaltete Glasscheiben (farbige Bleiverglasung) vor den Fenstern im EG; in den Fluren Kunststeinfliesenboden, jeweils eine Seitenwand teilweise geschwungen und mit Holzleistenverblendung, weitgehend Türen (Holz), einige Spinte (Holz); in den beiden Speiseräumen jeweils eine geschwungene Wand mit Holzleistenverblendung, darin eingefügt Eßplätze (Tische und Stühle nach Entwurf von H. Schilling), Lampen (teilweise "Milchtüten"), Holzschränke in den Fensternischen (Entwurf: H. Schilling); in den Lehrküchen weitgehend Ausstattung und Mobilar (Holztische mit Stühlen) nach Entwurf von H. Schilling. Bestandteil des Denkmals sind auch der Vorgarten mit der seitlichen bepflanzbaren Bruchsteinmauer sowie die weiteren gärtnerisch gestalteten Freiflächen, teilweise mit altem Baumbestand. Nicht Bestandteil des Denkmals ist die weitere, überwiegend in den 60er und 70er Jahren errichtete und sich bis zur Lothringer Straße erstreckende Bebauung im Anschluß an den Eingangsbereich (Verbindungstrakt).
Der mit einer Lindenallee und breitem Gartenparterre gestaltete Sachsenring war als Teil des südlichen Villenviertels der Kölner Neustadt ursprünglich ein reines hochherrschaftliches Wohngebiet. Erst während der 50er Jahre, der ersten Wiederaufbauphase nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges, entstanden hier vorrangig Büro- und Verwaltungsbauten, aber auch Gebäude kultureller Bestimmung. Das o. g. Objekt wurde hier 1955/56 als Schulbau (Schmerenbeckschule) nach Plänen des Architekten Hans Schilling im direkten Anschluß an das Französische Kulturinstitut (1951-53, Wilhelm Riphahn/Hans Menne) realisiert. Der in Eisenbetonskelettbauweise errichtete langgestreckte Hauptbaukörper am Sachsenring setzt - schon durch die Aufnahme der gleichen Traufhöhe - den Riphahnschen Bau fort. Analog zu diesem ist dabei der rechte Gebäudeteil besonders akzentuiert worden. Der hier etwas vorgezogene und nach vorne hin ansteigende markante Baukörper gewinnt durch die fassadenhohen, schräg verlaufende Betonstützen an Plastizität und Dynamik. Während das Institut Francais zum Ring hin vor allem geschlossene Flächen aufweist, hat Schilling seinen Schulbau - zum Teil mit Betonwabenfenstern unterschiedlicher Größe - fast ganz durchfenstert. Ein rückwärtig anschließender backsteinverblendeter Gebäudeteil mit einer bogenförmig gewölbten Verdachung rundet das abwechslungsreich gestaltete Erscheinungsbild des o. g. Objekts ab. Das o. g. Gebäude, das im Gegensatz zur strengen Sachlichkeit des Französischen Kulturinstituts eine eher plastisch-dynamische Architekturauffassung zur Anwendung bringt, ist somit als besonders qualitätvolles Zeugnis der Nachkriegsarchitektur unbedingt erhaltenswert. Auch als wichtiges Werk des Kölner Architekten Hans Schilling ist obiges Objekt ein unverzichtbares Dokument.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0