Wohnhaus
Kaesenstraße 4 · Neustadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_2641 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Kaesenstraße 4, 50677 Köln |
| Baujahr | um 1900 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 02.10.1984 |
| Stadtteil | Neustadt/Süd |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln, da es die Erstbebauung des südlichen Gebiets des ehemaligen Rayongeländes und somit die Entstehungsgeschichte der Neustadt dokumentiert. Die Bebauung nach dem von Hermann-Joseph Stübben 1881 erstellten Erweiterungsplan erfolgte in mehreren Phasen und ließ zwischen dem Kartäuserwall und den preußischen Befestigungsanlagen ein Netz von Straßen mit jeweils unterschiedlicher sozialer Bestimmung entstehen. In der Kaesenstraße entstanden vor allem Villen für Bewohner mit gehobenen Wohnansprüchen.
Die zweigeschossige Halbvilla mit Souterrain und Giebelgeschoß wurde um 1900 errichtet. Sie zeigt drei Putzfassaden mit sparsamer Stuckgliederung (Fenstereinfassung, Sockelgesims) und mit Fachwerk am Eckturm. Eine Freitreppe entlang der Westfassade führt zum mit Vordach überdachten Eingang. Eine originale Schleppgaube und ein originales Dachhäuschen korrespondieren mit den beiden steilen Giebeln des Eckturms. Gotisierende Profilierung der Fenstergewände, renaissanceartige Stufenfenster des Treppenhauses sowie die alte Haustür ergänzen die Gestaltung des sonst im heimatlichen Stil gebauten (Fachwerkmuster, Dachgaube bzw. -häuschen) Gebäudes. Ein Treppenbandgiebel grenzt die Dachzone des o. g. Objekts vom Nachbarhaus ab. Schmiedeeiserne Gitter im Sockelgeschoß und der schmiedeeiserne Zaun des rückwärtigen Gartens (in der Lothringer Straße) gehören zur originalen Bauausstattung. Im Hausinnern ist erhaltungswürdig: der Marmorfußboden und die Marmorstufen mit Messinghandlauf im Eingangsflur, die Holztreppe mit Holzgeländer im Treppenhaus; Fußboden- und Wandfliesen in der Küche, einige originale Zimmertüren sowie der Deckenstuck im 1. OG. Mit den Bauten Lothringer Straße 77 und 40 sowie Kaesenstraße 19, 21 bildet das o. g. Objekt ein Relikt eines städtebaulichen Ensembles von Villen und Halbvillen, das ursprünglich das Erscheinungsbild der Gegend zwischen den Ringen und dem Volksgarten prägte und bis heute nur noch in genannten Ausnahmen (zusätzlich der Bauten: Volksgartenstraße 34, 36, 40, 42) erhalten geblieben ist.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0