Wohn- u. Geschäftshaus

Bonner Straße 68 · Neustadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_1062
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Bonner Straße 68, 50677 Köln
Baujahrum 1890
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 26.08.1982
Stadtteil Neustadt/Süd

Erbaut um 1890; 3-achsiges, 4-geschossiges Wohn- und Geschäftshaus mit Hinterhaus, Satteldach, ausgebautes Dachgeschoss mit Gaubenband (nachträglich); Putzfassade mit Stuckgliederung in Formen der Neorenaissance. Schmaler Treppenhaustrakt; kleiner Innenhof von Vorderhaus, Treppenhaustrakt, Hinterhaus sowie rechtem Nachbarhaus umfangen.

Straßenseitige Fassade (Vorderhaus):

EG und Haustür verändert;

Segmentbogenfenster (original) mit schlichter profilierter Rahmung; Sohlbankgesimse;

Betontes Fenster in der Mittelachse des 1. OG mit pilasterartiger Rahmung; korinthische Kapitelle tragen den Fenstersturz, darüber Konsolen zum Stockgesims und Rundbogenabschluss.

1. OG: horizontaler Fugenschnitt; 2. OG: horizontale Gliederung mit Putzstreifen; weit vorkragendes Konsolgesims;

Innenhof:

Backsteinsichtig mit 1:2:1 Achsen; Fenster mehrheitlich original; z. Zt. Überdachung des EG (Rückbau geplant).

Rückfassade (Hinterhaus):

Backsteinsichtig; Fensteröffnungen mit Segmentbogen; Fenster erneuert.

Im Inneren original erhalten:

Grundriss weitgehend; Vestibül mit Rundbogendurchgängen und Bodenfliesen;

Treppenhaus: teilw. Handlauf, teilw. gedrechselte Stäbe, teilw. Fußleisten;

Straßenseitige Räume teilw. mit schlichter Stuckrahmung.

Bestandteil des Denkmals ist auch die backsteinsichtige Einfriedung des Hinterhofes.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Die Kölner Neustadt wurde als eine der bedeutendsten Stadterweiterungen des ausgehenden 19. Jahrhunderts seit 1880 von Josef Stübben geplant und ab 1881 von ihm ausgeführt. Diese sich halbkreisförmig um die Altstadt legende Bebauungszone wird wesentlich durch die sogenannten “Ringe” geprägt. Auf diesen Prachtboulevard wurden alle städtebaulichen Planungen der Neustadt mit ihren Straßen, öffentlichen Plätzen und Grünanlagen ausgerichtet.

Die Bonner Straße - vor der Stadterweiterung alte Ausfallstraße nach Süden – wurde als lindenbestandene Alleestraße angelegt. Sie begrenzt den später als "Universitätsviertel" bezeichneten Abschnitt der südlichen Neustadt zwischen Bonner Straße und Rhein, wo sich vorrangig das mittlere und gehobene Bürgertum ansiedelte. Der Charakter dieses Viertels wird zum großen Teil noch heute von den prächtigen, mit abwechslungsreich gegliedertem Stuckdekor versehenen Häuserfassaden geprägt.

Das o. g. Objekt entstand in den 90er Jahren des 19. Jahrhunderts, der Hauptbebauungsphase der Bonner Straße. Es ist integraler Bestandteil der auf dieser Seite der Bonner Straße weitgehend geschlossen erhaltenen Häuserzeile mit den Häusern Nr. 50, 52, 54, 59, 60, 64 du 72.

Das Haus Nr. 68, welsches das für Köln typische Dreifensterhaus variiert, weist bei der Fassadengestaltung eine schlichte Betonung des ehemaligen 1. Obergeschosses auf. Diese Akzentuierung durch Fensterverdachung mit Segmentgiebel lässt erkennbar werden, dass sich hier einst das Hauptgeschoss des Hauses, die sogenannte Beletage mit den Repräsentationsräumen, befand. Trotz einiger Veränderungen bewahrt das Haus Nr. 68 die Maßstäblichkeit sowie das ursprüngliche Erscheinungsbild an der Bonner Straße.

Für den Erhalt des o.g. Objektes als Dokument der Gründerzeitarchitektur liegen wissenschaftliche – hier architekturgeschichtliche – und städtebauliche Gründe vor.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0