Kirche St. Bonifazius u. Pfarrhaus
Gneisenaustraße 5 · Nippes
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1247 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Kirche St. Bonifazius u. Pfarrhaus |
| Adresse | Gneisenaustraße 5, 50733 Köln |
| Baujahr | 1913 |
| Eigentum | kirchliches Eigentum |
| Eingetragen seit | 10.01.1983 |
| Stadtteil | Nippes |
Die Baugruppe entstand 1913 nach Plänen des Architekten Adolf Nöcker. Die katholische Pfarrkirche St. Bonifazius ist eine dreischiffige Basilika mit Querschiff, polygonalem Chor und Seitenkapellen im Süden sowie einer Vorhalle mit drei Bogenöffnungen an der Eingangsseite im Norden (Gneisenaustraße), die dem Hauptgiebel vorgelagert ist. Zu den Seiten flankieren hier im Westen der große Vierkant-Glockenturm, im Osten ein runder Treppenturm, der zu dem Wohngebäude überleitet. Die Turmfassade ist in Werkstein mit reicher Ornamentik ausgeführt, die übrigen Fassaden sind verputzt.
Im Inneren finden sich Rippengewölbe über Säulen mit reicher Kapitell-Skulptur. Von der Ausstattung sind drei Altäre aus den zwanziger und dreißiger Jahren sowie die Turmkapelle erhalten. Die gute Verglasung wurde 1952-54 erneuert. Die Stilfassung kann als späthistorisch mit Jugendstil-Einfluß bezeichnet werden.
Das Wohngebäude steht über einem Zwischentrakt, der sich unten in einer Tordurchfahrt öffnet, mit dem nördlichen Teil des Kirchengebäudes in Verbindung. Es besitzt drei Geschosse und ein Mansarddach mit Gauben. Zur Straße sind die Fenster in vier Achsen gruppiert, in den beiden oberen Geschossen durch Lisenen voneinander getrennt. Wie die Kirchenfassade sind sowohl Wohnbau wie Zwischentrakt mit Werkstein verkleidet. Rundbogenfriese, Kartuschen und Rahmenprofile bilden die sparsame Ornamentik, die deutlich hinter derjenigen der Kirchenfassade zurücksteht.
Die Baugruppe ist ein hervorragendes Beispiel für den katholischen Kirchenbau der letzten Jahre vor dem ersten Weltkrieg, als sich die Stildogmatik lockerte und die modernen Gestaltungsmittel des Jugendstils zögernd im kirchlichen Raum eingesetzt werden konnten. Die Architektur ist wie die später fortgesetzte Ausstattung (u.a. von Carl Colombo) von hoher Qualität. In Köln gibt es nur ein einziges vergleichbares Beispiel: Die Kapelle des St. Antonius Krankenhauses in Bayenthal.
Der Kirchenbau ist Dokument der Erweiterung des Stadtteils Nippes nach Osten um 1900, wo vornehmlich bürgerliche Schichten die neu erschlossenen Quartiere mit qualitätvoller Wohnbebauung füllten. St. Bonifazius ist nicht, wie die älteren Kirchen von Nippes, frei auf einen Platz gestellt worden, sondern entsprechend den städtebaulichen Vorstellungen der Jahrhundertwende in die Straßenzeile der Gneisenaustraße integriert worden. Turm und Hauptfassade, in sich malerisch gruppiert, dominieren als Blickpunkt die Achse der Schwerinstraße. Zusammen mit der weitgehend erhaltenen, bürgerlichen Umgebung hat sich hier ein Ensemble hochrangiger Bauten vom Anfang des 20. Jahrhunderts erhalten. Die Unterschutzstellung umfaßt beide Gebäude sowie die feste und bewegliche Ausstattung der Kirche.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0