Wohnhaus
Eichendorffstraße 4 · Neuehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1299 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Eichendorffstraße 4, 50823 Köln |
| Baujahr | 1904 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 20.01.1983 |
| Stadtteil | Neuehrenfeld |
Mittelhaus einer um 1910 erbauten zweigeschossigen Reihenhausgruppe, Putzfassade und Backsteinmauerwerk an polygonalem Erker, Satteldach mit Dachgaube, unterschiedliche Fenstereinteilungen. Objekt korrespondiert innerhalb der symmetrisch organisierten Gruppe mit Haus Nr. 6. Kleines Relief, breites Dachgesims, Vorgarten ohne Holzzaun vorhanden. Sprossenfenster, originale Haustür.
Im Innern weitgehend originaler Zustand mit Holztreppe (alte Bemalung noch sichtbar) und Flurabtrennung, originale Zimmertüren, Stuckdecken im EG.
Die zwischen 1905 und 1910 erbaute Wohnhausgruppe steht in der malerischen Vielfalt der plastischen Ausbildung der Einzelhäuser und der Oberflächen dem Heimatstil nahe, der sich vom Ornament abkehrte und dem Baukörper größere Aufmerksamkeit schenkte. Charakteristisch sind die reich variierenden Dachformen, mit Biberschwanzpfannen (aus dem süddeutschen Raum stammend) gedeckt, sie reichen vom Satteldach, Mansarddach und Krüppelwalmdach bis zu den Zeltdächern der beiden Ecktürmchen, die in Nr. 3 und Nr. 7 in Form eines polygonalen Erkers die Baugruppe abschließen. Auch die unterschiedlichen Oberflächen der Fassaden, Rauhputz und Glattputz, Backstein und Schiefer sind spannungsvoll gegeneinander gesetzt - betonen aber andererseits die Individualität der Einzelhäuser, die auch durch abwechslungsreiche Fenster- und Türöffnungen der in der Regel zweigeschossigen Gebäude unterstrichen wird. Zusammengehalten wird die Gruppe durch die strenge Symmetrie der Großform: Rechts und links von dem 3-geschossigen giebelständigen Mittelbau, Haus-Nr. 5, schließen sich traufständige Seitenflügel an: Haus-Nr. 4 und 6, um endlich in einem ebenfalls giebelständigen 2- bis 3-geschossigen Kopfbau zu enden. Bis auf kleinere Reliefs bei Haus-Nr. 3, 4 und 6 sowie Verzierungen an den Sammelkästen der Regenrinne sind die Gebäude frei von Ornamenten.
Der Originalzustand der Objekte ist unterschiedlich, wobei die Häuser Nr. 4 und 5 noch weitgehend im ursprünglichen Zustand angetroffen wurden. Hier blieben die Haustüren und die Fenster mit der ursprünglichen Sprosseneinteilung erhalten. Nr. 4 weist noch den ursprünglichen Vorgarten auf, dessen schlichter Holzzaun allerdings entfernt werden mußte.
Dieser Innenausbau zeigt nach dem Ende des ornamentalen Jugendstils die betonte Schlichtheit des Heimatstiles, die mit einer Abkehr vom Ornament einhergeht. Die Decken der Erdgeschoßräume sind an den Rändern fein gefaßt, zur Straße hin weisen einige Räume feingliedrig gefaßte runde Deckenspiegel auf. Bemerkenswert sind in den Häusern 4, 5 und 6 die Holztreppen mit Holzgeländer, die vom Eingangsflur mit einer kunsthandwerklich gefertigten Holzkonstruktion abgetrennt sind. Reste früherer Bemalung sind erkennbar (Haus-Nr. 4). Die Dielen sind mit ornamentierten Fliesen belegt, in den Häusern Nr. 3 und Nr. 4 wurden alle Rahmentüren mit originalen Türgewänden angetroffen.
Die Häuser Eichendorffstr. 3 - 7 sind bedeutend für die Geschichte des Stadtteils Weiden, der 1975 in die Stadt Köln eingemeindet wurde. Die frühe Besiedlung des Gebietes zeigt schon das Römergrab, das alte Dorf Weiden ist - bis auf wenige Reste im Bereich der Selma-Lagerlöf-Straße - heute verschwunden. Bemerkenswert ist die vorstädtische Besiedlung der Bahnstraße bzw. am Bahnhof Lövenich vor der Jahrhundertwende, später werden von den Kölner Architeken Schreiterer und Below bzw. Franz Branzky Villenkolonien im Heimatstil errichtet, die auf eine planmäßige Erschließung von Bauland zurückgehen. Die o. g. Baugruppe ist ein bedeutender Teil dieser historischen Gartenstadtanlage.
Die in Fortsetzung der Bahnstraße stehende Baugruppe ist ein Teil der vorstädtischen Bebauung mit Gartenstadtcharakter, die in dieser bürgerlichen Form mit dem Beginn des 1. Weltkrieges weitgehend ihr Ende findet. In der Betonung der Individualität des Einzelbaues, Hinwendung zu einer einheimischen Formensprache und Betonung der Achsialität verkörpert die Gruppe das Ende einer sich kontinuierlich entwickelnden Bausprache, deren Baudokumente diesen Teil Weidens heute noch überwiegend prägen.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0