Wohnhaus

Röntgenstraße 25 · Ehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_1345
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Röntgenstraße 25, 50823 Köln
Baujahr1907
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 09.03.1983
Stadtteil Ehrenfeld

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Ehrenfeld. Es liegt in dem Gebiet, das von der Nußbaumerstraße einerseits und der Subbelrather Straße andererseits begrenzt wird und sich im ersten Jahrzehnt unseres Jahrhunderts als reine Wohngegend für gehobene Ansprüche entwickelte. Es handelt sich hierbei um den südlichen Bereich Neuehrenfelds, in dem in der Zeit vor dem ersten Weltkrieg eine individuelle Bebauung mit aufwendigeren Architekturen erfolgte. Im Gegensatz zu den Wohngebieten in unmittelbarer Nähe der großen Ehrenfelder Produktionsbetriebe entstehen hier von kapitalkräftigen Bauherren verhältnismäßig großzügig angelegte Miethäuser mit Gärten.

Das 1907 errichtete Gebäude ist Teil einer Blockbebauung mit großem, rückwärtigen Gartengrundstück, wie sie im frühen 20. Jahrhundert als ideale Anlage angesehen wurde.

Der Aufriß des Hauses (drei Geschosse, ein Giebelgeschoß, zwei Risalite mit Balkon) und seine Breitenausdehnung (fünf Achsen) geben dem Gebäude eine gewisse Monumentalität, die durch den Stuckdekor der Fassade (vor allem im Erdgeschoß) unterstrichen wird. Durch seine achssymmetrische Konzeption mit zwei Risaliten hat der Bau nach außen den Charakter eines Doppelhauses.

Im Erdgeschoß findet sich eine grobe Bossenquaderung, das erste und zweite Obergeschoß sind einheitlich mit einer feinen Werksteinquaderung überzogen. Im Giebelgeschoß findet sich schließlich glatter Putz. Das Erdgeschoß wird durch ein reich profiliertes Gesims von den Obergeschossen abgesetzt. Ein mit Akanthus-Ranken geschmücktes und profiliertes Kranzgesims trennt die beiden Obergeschosse von der Dachzone.

Durch Stichbogenfenster gegenüber den Rundbogenfenstern der übrigen Geschosse ist das erste Obergeschoß betont. Alle Fenster sind mit einer reichen Einfassung und Bekrönung geschmückt, wobei neben einer Profilierung eine reichhaltige und anspruchsvolle Jugendstil-Ornamentik mit vegetabilen und figürlichen Motiven Akzente setzt.

Durch die Verwendung verschiedener Putzarten ist die von den Risaliten flankierte Mittelachse mit dem Eingangsbereich betont. Die halbkreisförmig ausschwingenden Balkone sind mit einer feinen Balusterbrüstung versehen, ihre bauchigen Auflager sind mit Blattwerk und Masken geschmückt.

Der aufwendigen Gestaltung der Fassade entspricht im Inneren eine verhältnismäßig großzügige Ausstattung. Hervorzuheben sind neben den reich profilierten Wohnungs- und Zimmertüren und den originalen, großen Fenstern die Wandfliesen und der Stuckdekor im gewölbten Eingangsflur.

Innen wie außen dokumentiert das Gebäude die Übernahme einer ursprünglich barocken Architektur mit Einflüssen des Jugendstils. Es ist für Köln ein, auch aus städtebaulicher Sicht, besonders wertvolles Denkmal, zumal auch die originale Vorgartengestaltung mit originalem Zaun aus Schmiedeeisen und die Wegfliesen erhalten sind.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0