Wohnhaus

Röntgenstraße 27 · Neuehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7738
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Röntgenstraße 27, 50823 Köln
Baujahr1908
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 11.01.1996
Stadtteil Neuehrenfeld

Wohnhaus, erbaut 1908; Entwurf: vermutlich Gendebien. Eckhaus zum Ehrenfeldgürtel hin. 3 Geschosse und ausgebautes Dachgeschoß. Stuckfassade mit Fugenschnitt im EG. Dekorationselemente in Anklängen an den geometrischen Jugendstil. 4:2 Achsen; an beiden Straßenseiten Erker bzw. Risalit mit Ziergiebel. Nach 1945 Veränderung der Giebelabschlüsse und Balkonanbauten zur Röntgenstraße hin. Rückfront um 1960 verändert. Anbau von Balkonen.

Im Inneren original erhalten: Im Treppenhaus: Terrazzostufen und geschmücktes Eisengeländer. Der übrige Innenausbau um 1960 weitgehend neu erstellt. Zum Hause gehörig sind der Vorgarten, zur Röntgenstraße hin (dessen Einfriedung um 1960 verändert), sowie der rückwärtige Garten (ohne Gestaltungselemente).

Die städtebauliche Entwicklung Ehrenfelds zu einem Vorort im Nordwesten Kölns beginnt um die Mitte des 19. Jahrhunderts von der Venloer Straße aus in nördlicher Richtung in Höhe der Philipp- und Leostraße. Bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 gewann Ehrenfeld infolge zahlreicher industrieller Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Im Verlauf der daraus resultierenden zügigen Erschließung weiterer Bereiche Ehrenfelds wurden verstärkt Anstrengungen zur Erschließung neuer Wohnbereiche nördlich der Köln-Aachener Bahnlinie unternommen. Erste Ansätze datieren in die frühen 1870er Jahre (Ottostraße). Doch erst mit der Anlage des Schlacht- und Viehhofes nördlich der Eisenbahnlinie (Eröffnung 1895) kommt es zu einer endgültigen Wohngebietserweiterung von Alt-Ehrenfeld nach Norden.

Zwischen dem vom Stadtverordneten Franz Zilkens gestifteten Bauplatz für St. Anna und der Stiftung von Alois Anton Schlösser am Simarplatz (hier wurde St. Peter errichtet) entwickelte sich nach der Jahrhundertwende eine zügige Bebauung. Zilkens war hier um die Schaffung einer attraktiven Wohngegend bemüht, wobei zwei städtische Planungen sein Anliegen unterstüzten. Zum einen war dies die 1910 geplante Blücherparkanlage (1913 fertiggestellt) und zum anderen die Anlage des Ehrenfeldgürtels (in seinem Verlauf um die Jahrhundertwende von der Stadt Köln festgelegt), der um 1910 hier angelegt und schnell bebaut wurde. Das o. g. Objekt ist integraler Bestandteil der ursprünglichen hier wenig veränderten Bebauung. Auffällig sind der reduzierte Schmuckaufwand, der nicht etwa Zeichen für eine finanzschwache Erstbewohnerschaft ist, sondern vielmehr die um diese Zeit bei gutsituierten Bauherren aufkommende Vorliebe für schlichte und strenger wirkende Formen und die Betonung der Kubatur (Erker, sparsam gegliederte Wandflächen, hochaufragende Dächer und Giebel).

Als Eckbau an Röntgenstraße und Ehrenfeldgürtel bildet dieses Gebäude einen besonderen städtebaulichen Akzent. Die verschiedenartige Gestaltung von Erkern am Ehrenfeldgürtel und Risalit mit Vorgarten an der Röntgenstraße vereinigt dieses Gebäude auf harmonische Weise.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0