Wohnhaus
Röntgenstraße 21 · Neuehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7988 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Röntgenstraße 21, 50823 Köln |
| Baujahr | um 1907 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 29.10.1996 |
| Stadtteil | Neuehrenfeld |
Erbaut um 1907; Fassade: 3 Geschosse, ausgebautes Mansarddach mit Giebelaufsatz und 2 seitlichen Dachgauben (originale Dachhäuschen verändert); 3 Achsen (Eingang links); Putzfassade mit Stuckgliederung des Jugendstil (flächig angelegte Stukkaturen: unterschiedlich strukturierte Putzoberflächen, aufgeputzte Lagerfugen im EG, Fensterbrüstungen 2.OG und Sturzfelder 3.OG mit beschlagwerkartigem Ornament, ornamentierter Giebelaufsatz, Maskenschmuck); Fassadenrhythmisierung durch mittigen, dreigeschossigen Standerker mit Balkon; variierende Fensterformen (EG rundbogig, 1.OG gerade Stürze, 2.OG Stichbögen); Fenster erneuert (großflächige Kunststoffenster mit Oberlichtern); rundbogig gefaßter Eingang mit erneuerter Tür.
Innen original: Terrazzobelag im Vorflur und Treppenhaus; Treppenanlage.
Bestandteile des Denkmals sind auch der Vorgarten mit Einfriedung (verputzte Pfeiler und Metallgitter mit stilisierten Gehängen) und der rückwärtige Garten.
Die städtebauliche Entwicklung Ehrenfelds zu einem Vorort im Nordwesten Kölns beginnt um die Mitte des 19. Jahrhunderts von der Venloer Straße aus in nördlicher Richtung in Höhe der Philipp- und Leostraße. Bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 gewann Ehrenfeld infolge zahlreicher industrieller Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Im Verlauf der daraus resultierenden zügigen Erschließung weiterer Bereiche Ehrenfelds wurden verstärkt Anstrengungen zur Erschließung weiterer Wohnbereiche nördlich der Köln-Aachener Bahnlinie unternommen.
Erste Ansätze datieren in die frühen 1870er Jahre (Ottostraße). Doch erst mit der Anlage des Schlacht- und Viehhofes nördlich der Eisenbahnlinie (Eröffnung 1895) kommt es zu einer endgültigen Wohngebietserweiterung von Alt-Ehrenfeld nach Norden. Zwischen dem vom Stadtverordneten Franz Zilkens gestifteten Bauplatz für St. Anna und der Stiftung von Alois Anton Schlösser am Simarplatz (hier wurde St. Peter errichtet) entwickelte sich kurz nach der Jahrhundertwende eine zügige Bebauung, u. a. entlang der Röntgenstraße, die als Verbindungsachse zwischen Ehrenfeldgürtel und Ottostraße angelegt wurde.
Die Röntgenstraße ist durch repräsentative, einheitlich gegliederte und im Detail abwechslungsreich gestaltete Fassaden als ein ausgesprochen qualitätvoll gestalteter Straßenzug in Neuehrenfeld - hierin vergleichbar mit der parallel verlaufenden Eichendorffstraße und dem Ehrenfeldgürtel - von hervorragender städtebaulicher und architekturhistorischer Bedeutung.
Typisch für das einheitliche Straßenbild der Röntgenstraße sind die dreigeschossigen Standerker, die das gesamte Straßenbild als Großform rhythmisieren. Der Standerker des o.g. Objektes ist - und dies ist typisch für die Baumassengliederung des Jugendstil - leicht nach rechts aus der Mittelachse gerückt, wodurch eine leichte Asymmetrie in der Fassade entsteht (gekoppelte Fensterachsen links, breitere Fenster rechts). Die Gebäude Röntgenstraße Nr. 9, 17, 19 und 23 sind ebenfalls durch solche Asymmetrien charakterisiert.
Das o. g. Objekt ist integraler Bestandteil der fast vollständig erhaltenen Ursprungsbebauung der Röntgenstraße. Es trägt als bauliches Dokument somit wesentlich dazu bei, das historische Erscheinungsbild dieses nur einseitig bebauten Straßenzuges zu veranschaulichen und auch heute noch erlebbar zu machen.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0