Wohnhaus
Spichernstraße 38 · Neustadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1438 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Spichernstraße 38, 50672 Köln |
| Baujahr | 1899 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 12.04.1983 |
| Stadtteil | Neustadt/Nord |
Das Objekt ist ein im Jahr 1899 errichtetes Doppelhaus. Beide Hälften sind Wohnhäuser mit je zwei Achsen, einem Sokkelgeschoß, zwei Vollgeschossen und einem ausgebauten Dachgeschoß und sind in ihrer Gliederung symmetrisch aufeinander abgestimmt. Die Hauseingänge sind zur Mitte orientiert, die Außenflanken werden von je einem trapezförmigen Erker mit Kuppeldach und Zierturm gebildet. Das erste Obergeschoß mit gelber Backsteinfassade ist durch kräftige Stuckverzierungen gegliedert (seitlich der Fenster angebrachte Säulen mit Rundbögen als oberer Abschluß der durch Stuckfensterteilungen gegliederten Fenster; zwischen den Rundbögen und den arkadenförmigen Oberlichtern Stuckköpfe und Putti, unter den Fensterbänken Stuckreliefs mit floralen Motiven, Maßwerkfries unter dem Gesims zum Dachgeschoß). Das mit Metallplatten abgedeckte Dachgeschoß ist durch die Fensterteilungen und die Maßwerkfriese unterhalb der Erkerfensterbänke mit dem ersten Obergeschoß verzahnt. Das Hochparterre ist bei Nr. 38 vollständig in seiner ursprünglichen Form - mit rustizierter Fassade, ädikulaartiger Türrahmung, originaler Haustüre und Rundbogenfenstern - erhalten; bei Nr. 36 ist neu verklinkert.
In beiden Häusern sind die Flurwände bis zum Hochparterre mit Jugendstil-Kacheln ausgestattet; bei Nr. 38 sind die oberen Flurwände mit Freskenmalerei geschmückt. Die zu den Obergeschossen führenden Holztreppen mit Antrittspfosten, Holzgeländer und -läufen sind in ursprünglichem Zustand, ebenso der Parkettfußboden im Treppenhaus. Die Mehrzahl der Wohnungsabschlüsse und Zimmertüren bei Nr. 36, Mahagoni-Flügeltüren zwischen Vorder- und Hinterzimmer im Hochparterre und ersten Obergeschoß, sowie einige Stuckdecken sind original. Die Küche der Haushälfte Nr. 38 ist mit originalen Wand- und Bodenkacheln ausgestattet, bei Nr. 36 ist das Badezimmer im zweiten Obergeschoß vollständig erhalten.
Die im Stil der flandrischen Renaissance mit gotischem Ductus errichtete Fassade des Objekts sowie die zahlreichen, originalen Details im Hausinneren zeichnen sich durch ihre Repräsentativität und hochwertige Qualität aus. Beide Doppelhaushälften sind im Inneren mit außergewöhnlicher Vollständigkeit erhalten.
Das Objekt ist Teil eines städtebaulichen Ensembles, das sich bis zur Gladbacher Straße erstreckt. Es ist ein Dokument für die repräsentative Bebauung der Spichernstraße, die hier - in Anbetracht der Stadtgartennähe - überwiegend aus Einfamilienhäusern besteht und im Rahmen des ab 1881 von H.J. Stübben ausgeführten Neustadtplans entstanden ist.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0