Wohnhaus
Goebenstraße 14 · Neustadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6786 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Goebenstraße 14, 50672 Köln |
| Baujahr | 1897 bis 1907 |
| Architekt / Planung | Schreiber, van den Arend |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 13.04.1993 |
| Stadtteil | Neustadt/Nord |
Erbaut um 1902, Architekten: Schreiber und van den Arend, 2 Geschosse, Souterrain, 3 Achsen, ausgebautes Dachgeschoß mit weitgehend originalen Gauben sowie mit Zwerchhaus und Spitzgiebel in der rechten Achse; bis zum Dachgeschoß reichender Standerker auf gerundetem Grundriß mit aufgesetztem Balkon (ab dem 1. OG verändert), Werksteinfassade mit Gliederungen überwiegend in Anklängen an den Jugendstil (teilweise verändert), Schieferverblendung des Standerkers in Anlehnung an den ursprünglichen Zustand erneuert, Fenster weitgehend verändert, Souterrainfenster mit orig. Fenstergittern, Haustür verändert. Rückseite mit Wintergarten (durch neuere Verglasung und Verdachung teilweise verändert) und Balkon (originales schmiedeeisernes Brüstungsgitter), Putzfassade mit Backsteingliederungen, Fenster und Türen verändert, teilweise originale Fenstergitter. Im Innern original erhalten: im Entrée Marmorboden, eine Holztür, eine Flügeltür, farbiger Deckenstuck, Deckenlampe; in der repräsentativen Eingangshalle Marmorboden und -treppe (ins Hochparterre); Holzvertäfelung der Wand in der Sockelzone, hieran im Hochparterre anschließend verzierte Sitzbank aus Holz; Kamin mit Stuckdekor und schmiedeeisernem Ziergitter, großes Wandgemälde (mit neuerem Holzrahmen); reich verzierte Holztreppenanlage (gedrechseltes Holzgeländer, Zwischenpfosten), im Hochparterre mit bogentragenden Stützen und farbigen Malereien an der Treppenunterseite; weitgehend Türen mit Laibungen, Deckenstuck (im vorderen Eingangsbereich mit dem gotisierenden Gewölbe farbig); Oberlicht mit dekorativer Holzlaibung; Holztreppe mit gedrechseltem Holzgeländer und Antrittspfosten ins Dachgeschoß; in den ehemaligen Wohnräumen teilweise Parkettboden, Holzvertäfelung der Wände und der Decke (im sog. Palisanderzimmer), weitgehend Türen mit Laibungen, Durchgang zum Wintergarten mit gotisierendem Holzbogen, einige Wandschränke, zum Teil aufwendig gestalteter Deckenstuck (im Hochparterre Kassettendecke sowie Stuckdecke mit integrierten farbigen Deckenmalereien); im Wintergarten von blauen Fliesen gerahmter Wandbrunnen mit Putto aus Stuck und nebenliegenden Wölbungen (für Grünpflanzen), analog dazu auf einer Konsole angebrachter Putto an der gegenüberliegenden Wand. Nicht Bestandteil des Denkmals ist die 1geschossige Hofüberbauung.
Die von H. J. Stübben geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Den alten Wallstraßen folgend, legt sie sich mit der Ringstraße als Kernstück halbkreisförmig um die Altstadt. Im Zuge ihrer Anlage ab 1881 entstand westlich der Ringstraße zwischen Gladbacher und Zülpicher Straße das sog. "Westend", ein gutbürgerliches Wohnviertel mit vornehmen Mietshäusern von meist reicher Fassadengestaltung. Die vom Kaiser-Wilhelm-Ring aus auf den Stadtgarten zulaufende Göbenstraße wurde ab ca. 1895 bebaut. Das um 1902 von den namhaften Architekten Schreiber und van den Arend errichtete Haus Nr. 14 ist integraler Bestandteil des im westlichen Abschnitt noch weitgehend erhaltenen Straßenzugs. Es hebt sich durch eine Werksteinfassade mit Gliederungen in Anklängen an den Jugendstil hervor. Dabei ist die rechte Achse des vornehmen Wohnhauses u. a. durch den Standerker besonders akzentuiert worden. Dessen oberer schieferverblendeter Teil war ursprünglich - analog zum unteren Abschnitt - ebenfalls gerundet und wies mehrere schmale Fensteröffnungen auf. Seine Fortsetzung in der Dachzone bildet das Zerchhaus mit Spitzgiebel. In wirkungsvollem Kontrast zum eher zurückhaltenden Äußeren des Gebäudes steht die aufwendige Innengestaltung und -ausstattung, die sich glücklicherweise weitgehend erhalten hat. Das ehemals nur von einer Familie bewohnte o. g. Objekt ist unbedingt erhaltenswert. Noch heute gibt es Aufschluß über die gehobenen Ansprüche seiner einstigen Bewohner und wird somit zum unverzichtbaren Dokument, das gleichzeitig die Architekturentwicklung in Köln um die Jahrhundertwende veranschaulicht.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0