Gemeindehaus, Wohnhaus

Yorckstraße 12 · Nippes

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_1487
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungGemeindehaus, Wohnhaus
Adresse Yorckstraße 12, 50733 Köln
Baujahrum 1905
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 22.04.1983
Stadtteil Nippes

Das um 1904 errichtete Gebäude (genutzt als evangelisches Gemeindehaus) ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Nippes. Seit den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts - vor allem mit der Errichtung der zentralen Eisenbahnwerkstätten - entwickelte sich Nippes allmählich zu einem bedeutenden Industrie- und Wohnvorort Kölns. Der Bevölkerungszuwachs erlebte um die Jahrhundertwende einen Höhepunkt, so daß vor allem in der Zeit ab 1900 bis zum Beginn des ersten Weltkriegs neue Wohngebiete erschlossen werden mußten. Diese entstanden vor allem nördlich der Mauenheimer Straße und der Florastraße. Ist an den alten Flurwegen von Nippes noch eine gewachsene, unregelmäßige Führung abzulesen, so wird u.a. um den Leipziger Platz ein weitgehend geometrisch ausgerichtetes Straßennetz angelegt. Am rechtwinkelig verlaufenden Schnittpunkt von Yorckstraße und Scharnhorststraße (am Leipziger Platz) ist auch das vorliegende Objekt gelegen. Das markante, ursprünglich als repräsentatives Mietstockwerkhaus mit Gaststättenbetrieb errichtete Gebäude ist ein bedeutendes Dokument für die geballte Entwicklung des Vororts als Wohngebiet auch für gehobene Ansprüche in den letzten beiden Jahrzehnten vor Ausbruch des Kriegs.

Das dreigeschossige Eckgebäude mit drei zu sechs Achsen ist an jeder Front durch einen Risalit mit Giebelgeschoß hervorgehoben. Die aufwendig gestaltete Stuckfassade ist in zwei verschiedene, dekorative Systeme gegliedert: Eine grobe Bossenquaderung (unten) und eine ebenso vorgetäuschte FachwerkKonstruktion (oben). Friese mit krautigen Ranken, belebt mit verschiedenen Tieren, als Einfassung der Rundbogen- und Rechteckfenster in der Bossenquader-Zone sind in Anlehnung an Vorbilder der Romanik entstanden. Ebenso verleiht das schwungvoll gestaltete Jugendstil-Blattwerk in den Ziergiebeln (zur Yorckstraße mit Darstellung der Sonne) der künstlerisch hochstehenden Fassade ein besonderes Gepräge. Akzente setzen darüber hinaus acht fein gearbeitete Stuckreliefs unter dem Traufgesims, auf denen verschiedene Trinkszenen dargestellt sind. Sie stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit dem (ursprünglich) vorhandenen Gaststättenbetrieb im Erdgeschoß.

Auch in seinem Inneren ist das Gebäude relativ aufwendig gestaltet gewesen. Neben der originalen Haustüre mit Schnitzwerk, Verglasung und Schmiedeeisen, den originalen Terrazzofußböden, dem Treppenhaus mit originalem Holzgeländer und Antrittspfosten sind insbesondere die Stuckdecken hervorzuheben (Hohlkehlen mit Rosetten, im Eingangsflur Fries mit Kinderreigen).

Trotz der Renovierung 1978 (u.a. Bädereinbau, Anbau im Hof) hat das Gebäude seine originale, äußere wie innere, Substanz bewahrt. Zusammen mit der übrigen, originalen Bebauung um den Leipziger Platz bildet es ein unverzichtbares Ensemble von besonderem, städtebaulichen Wert.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0