Wohnhaus
Yorckstraße 5 · Nippes
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7336 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Yorckstraße 5, 50733 Köln |
| Baujahr | 1905 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 24.01.1995 |
| Stadtteil | Nippes |
Erbaut 1905, winkelförmiger Grundriß, 3 Geschosse, Souterrain, ausgebautes Dachgeschoß, 3 Achsen, Putzfassade mit Backstein- und Fliesengliederungen vorwiegend in Formen des Jugendstils. Eingang linke Achse, hohes Oberlicht, segmentbogiger Abschluß. Betonung der Mittelachse durch Risalit auf rechteckigem Grundriß, im Risalit und in der rechten Achse paarweise zusammengefaßte, hochrechteckige Fenster mit geradem Abschluß, alle Fenster erneuert. Rückseite: backsteinsichtig, segmentbogige Fensterformen, Fenster erneuert, die Fenster des Souterrain geschlossen, Hof eingeschossig überbaut. Im Innern original erhalten: Vestibülbereich bis zu halber Höhe zweifarbig gefliest, Stuckgliederung durch stilisierte Blendbogenstellung, Marmortreppe zum Hochparterre, Treppe in Terrazzo, Podeste mit Fliesenbelag erneuert, Holzgeländer, Antrittspfosten erneuert. Wohnungseingangstüren in zwei Etagen erhalten. In den Wohnungen z. T. Reste von Stuck, z. T. originale Türen und Gewände, Holzdielenboden.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde aus dem 1888 nach Köln eingemeindeten ehemaligen Bauerndorf Nippes ein bedeutender Industriestandort mit rasch anwachsender Arbeiterbevölkerung. Im Gebiet nordöstlich der Kempener Straße und bis zum Inneren Grüngürtel entstanden rund um die Mauenheimer- und Florastraße neue Wohngebiete, deren Bauten aufgrund des gestiegenen Bedarfs an Wohnraum fast gänzlich als Miethäuser erscheinen. Im wesentlichen prägen um die Jahrhundertwende errichtete zwei- bis dreigeschossige, oft drei Fenster breite Wohnhäuser in Backstein und mit sparsamen Dekorationsformen, und bis ins frühe 20. Jahrhundert geschaffene drei- bis viergeschossige Bauten mit teilweise reich dekorierten Fassaden in Stuckarchitektur den Stadtteil. Die Florastraße - wie ihre westliche Verlängerung, die Mauenheimer Straße - aus einem alten Flurweg hervorgegangen, ist noch weitgehend geprägt durch Gebäude dieses Zeitraums und durch die genannten Architekturformen. Das Gebäude Yorckstr. 5 ist ein Beispiel für die repräsentative, gestalterisch aufwendige Mietwohnarchitektur zu Anfang unseres Jahrhunderts in Nippes. Aufgrund der Erhaltung großer Teile des Originalzustands, besonders der straßenseitigen Fassade mit ihren an bürgerliche Architektur- und architektonische Hoheitsformen anknüpfende Dekorationen, ist das Gebäude für das Erscheinungsbild der Yorckstraße und als Dokument sowohl des Sozialstatus als auch der Repräsentationsbestrebungen seiner Erbauer und Bewohner von Bedeutung (Schmuckformen: in Souterrain und Hochparterre kräftiger Fugenschnitt, trapezförmige Schlußsteine mit Löwenköpfen, Rahmung der Eingangstür im Oberlichtbereich durch Jugendstilformen zeigende, aufgelegte Schmuckrahmung, deutliches Stockwerkgesims, das in den Brüstungsbereich des Obergeschosses überleitet; dort durchlaufende Flächenverzierung in Gestalt eines Frieses aus zweifarbig und diagonal geschichtetem Fliesenmuster in crème/grün. Einheitliche Gestaltung in den Obergeschossen durch flach hervortretende gerahmte Pilastergroßordnung in Backstein, flache Basen und Kapitelle in Stuck, deren Jugendstildekorationsformen reliefartig hervortreten. Brüstungs- sowie Bogenfelder der Fenster im 2. Obergeschoß mit reichem floralen bzw. architektonisch-gliederndem Dekor. Dachgesims flach verkröpft, plastischer Klötzchenfries).
Im Straßenbereich befand sich ursprünglich - die Nachbarbebauung weist noch darauf hin - ein Vorgarten mit Einfriedung, heute Parkplatzfläche bzw. separater Eingang zu einem Ladenlokal im Souterrainbereich rechts. Die Häuserzeile der Yorckstraße im Bereich des Leipziger Platzes setzt sich aus gestalterisch aufeinander bezogene Fassaden zusammen und bildet neben anderen gleich proportionierten und variantenreich dekorierten Gebäuden ein Ensemble historistischer Architektur. Das Objekt ist für das Erscheinungsbild der Straße und als Zeugnis für die reiche Nippeser Stadtarchitektur im frühen 20. Jahrhundert ein wichtiges und unverzichtbares Beispiel.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0