Wohnhaus
Riehler Straße 23 · Neustadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1536 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Riehler Straße 23, 50668 Köln |
| Baujahr | 1895 bis 1911 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 23.06.1983 |
| Stadtteil | Neustadt/Nord |
Das Gebäude wurde um 1900 bis 1906 als fünfgeschossiges, dreiachsiges Wohnhaus mit Mittelrisalit gebaut. Die Wirkung der Vorderansicht wird im wesentlichen bestimmt durch die Verwendung skulptierten, roten Sandsteins, und zwar vor allem horizontal am Erdgeschoß (Sockel) mit einer stark betonten und überhöhten Rahmung des Hauseingangs (stark vorgelegte Rahmung der Haustüre, flacheres Oberlichtfeld, stark vorgelegte, kleeblattförmige Rahmung eines zweiten Oberlichts als abschließende Überdachung) und vertikal an der oberen Hälfte des Risalits (unterschiedlich gestaltete Balkone an den abgeflachten Ecken des Risalits am dritten und vierten Obergeschoß).
Der Gegensatz zu den im übrigen glatten Putzflächen wird gemildert durch die in rotem Sandstein profilierten Rahmungen und Kreuzbalken der größtenteils triumphbogen-artigen Fenster. Das Rundbogenmotiv der beiden Zwillingsfenster im Erdgeschoß wird unter dem flachen Traufgesims mit schmalen Zweier- und Dreierfenstern über einem durchlaufenden Fensterbankgesims als abschließende und stützende Zone unter der hohen Satteldachfläche wiederholt.
Die Rahmung der Haustüre wiederholt sich in ähnlicher Form als Rahmung der Wohnungstüren, deren Flächen in der oberen und unteren Hälfte dreifederig vertikal aufgeteilt sind, in der oberen Hälfte zwischen Rundsprossen verglast. Die breit angelegte Treppe zwischen Hauseingang und erstem Obergeschoß ist mit einem dreifederigen Kreuzgratgewölbe zwischen Gurtbögen auf mit Türköpfen und Putten gezierten Doppelsäulen über Pilastern und einem Marmorsockel gefaßt. Im unteren Teil der Wandfelder stehen über dem Marmorsockel Zwerggalerien (Halbrelief) mit abschließendem Gesims.
Aus dem stuckierten Erdgeschoß des Treppenhauses führen geradläufige Marmortreppen bis zum zweiten Obergeschoß. Darüber sind die Treppen aus dem gleichen Terrazzomaterial wie die Eingangstreppe erstellt.
Die Fenster des Lichthofs mit quadratischer Grundfläche und zwei Fensterachsen an jeder Seite sind umrahmt (Schlußstein, vorkragende Fensterbank), der Anschluß des Dachs durch ein Gesims markiert.
Die Decken der Wohnungen bestehen größtenteils aus aufwendig und von Zimmer zu Zimmer unterschiedlich gestaltetem Stuck (Tonne mit Gurten über der weiträumigen, quadratischen Diele, in den Zimmern Kassetten, elliptische Deckenspiegel in Pflanzengebinden gerahmt). Die zum Teil zweiflügeligen Türen entsprechen in ihrer Formgebung der aufwendig gestalteten Architektur des Gebäudes.
Städtebaulich gesehen ist die Riehler Straße Teil des Stübben-Plans, nach dem seit 1881 die Kölner Neustadt gebaut wurde. Die Nordwestfront der Riehler Straße bildet die Rahmung für die offene Betonung zwischen Rhein und Riehler Straße nach Vorschrift dieses Plans.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0