Wohnhaus

Oberländer Ufer 154 · Marienburg

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_1582
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Oberländer Ufer 154, 50968 Köln
Baujahrum 1905
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 03.08.1983
Stadtteil Marienburg

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln, da es den Ausbau des repräsentativsten Kölner Villenvororts - Marienburg - dokumentiert. Ende des vorigen Jahrhunderts entstand außerhalb des Gürtels zwischen der Bonner Straße und dem Rheinufer nach einem Bebauungsentwurf zu einer Villenkolonie eine Reihe von herrschaftlichen Landhäusern, die von bekannten Architekten für eine Bürgerschicht mit höchsten Wohnansprüchen bestimmt waren. Nach der Errichtung des Bismarckturms (1902) erreichte der Ausbau dieses Vororts das Rheinufer.

Die zweigeschossige Villa mit Souterrain - ursprünglich ein Teil einer Doppelvilla - wurde um 1905 errichtet. Der Baukörper weist nach allen drei Seiten eine differenzierte Gliederung mit barockisierendem Zierrat auf. Die Hauptfassade zum Oberländer Ufer zeigt in fünf Achsen einen dreiteiligen Aufriß: Eingang, giebelständiger und laufständiger Teil. Die beiden Achsen des Eingangsbereichs, die durch zwei breite, rechteckige Fenster im Obergeschoß bestimmt sind, werden in den anderen Geschossen nicht konsequent eingehalten: Eine Portalädikula aus Werkstein (mit halbrunden Flügelanbauten und Freitreppe) liegt rechts von der Mitte, ähnlich wie die beiden Fenster im zweiten Obergeschoß. Der Portikus verbindet das Untergeschoß (am ganzen Gebäude gebändert und vom ersten Obergeschoß durch ein Sockelgesims getrennt) mit dem ersten Obergeschoß, das hier in Fensterhöhe farbig abgesetzt ist. Ein einfaches Traufgesims trennt diesen Bauteil vom Mansarddach. Der mittlere Gebäudeteil mit drei Achsen, einem geschweiften Giebel und zwei gebänderten Lisenen bildet optisch einen Mittelrisalit. Im ersten Obergeschoß liegt links (erste und zweite Achse) ein breites Rundbogenfenster, rechts ein zweimal gebrochener Altan mit schmalen, dekorierten Fenstern (mit originaler, bleigefaßter, farbiger Verglasung) und Balkon-Ziergeländer. Im zweiten Obergeschoß befinden sich drei mit Putzbändern eingerahmte, rechteckige Fenster. Ein Kranzgesims bildet gleichzeitig eine Zierumrahmung des Frontgiebels. Im Giebelfeld befindet sich ein Drillingsfenster, eingerahmt durch eine - in einzelne Dekorelemente aufgelöste - Ädikula. Der traufständige Gebäudeteil (sechste und siebte Achse) ist im vorspringenden ersten Obergeschoß durch Pilaster in zwei gleich gestaltete Felder (mit Brüstungsbalustrade und Rundbogenfenster mit Schlußstein) gegliedert und mit einem Gesims vom zweiten Obergeschoß (Balkon mit Ziergitter) getrennt. Das hohe Mansarddach ist durch zwei kleine, eingerahmte Dachhäuschen geöffnet. Die Südfassade zeigt eine differenzierte Gliederung - in Risalit, mit Giebel, Erker, Balkon, mit Freitreppe und Altan, mit variationsreichen Achsen und Geschoßverschiebungen. Auch die Rückfassade ist plastisch gegliedert (Untergeschoß mit Anbau, erstes Obergeschoß mit Altan, zweites Obergeschoß mit Balkon, Treppenhaus mit Giebel).

Im Hausinneren bezeugen Holztreppe, Fußbodenfliesen, Marmorspringbrunnen mit Mosaik und ein Rundbogen im Eingangsbereich die ursprünglich prunkvolle Ausstattung der Villa.

Für den Villenvorort Marienburg ist diese Villa von großer Bedeutung. Sie trägt ihrem exponierten Standort am Rheinufer, nahe dem Bismarckturm, Rechnung und ist ein Bestandteil einer ganzen Reihe von Prunkvillen, die mit dem schloßartigen "Palais Oppenheim" (ADAC-Haus) ihren Höhepunkt fand.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0