Wohnhaus

An der Alteburger Mühle 6 · Marienburg

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_1935
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse An der Alteburger Mühle 6, 50968 Köln
Baujahr18. Jahrhundert
Eigentumstädtisches / öffentliches Eigentum
Eingetragen seit 20.12.1983
Stadtteil Marienburg

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Marienburg, da es ein wesentliches Element des weitgehend erhaltenen Villenvororts aus dem Beginn des 20. Jahrhunderts darstellt. Dieses Ensemble, gelegen auf einem hochwasserfreien Hügel in Stadtnähe, steht nahe den Resten eines römischen Flottenkastells, auf dessen Grundmauern im 18. Jahrhundert eine Windmühle errichtet wurde. Im 19. Jahrhundert wurde auf dem Gelände nach Plänen des Stadtbaumeisters H.J. Stübben eine Villenkolonie, benannt nach dem örtlichen Gutshof, angelegt. Bedeutende, deutsche Architekten wie Paul Bonatz, Otto March, Hermann Olbrich und andere haben hier wertvolle und unverzichtbare Beispiele repräsentativen Wohnens zusammen mit den gleichzeitig angelegten Gärten und Parkanlagen geschaffen.

Die derzeitige Polnische Botschaft ist ein ein- bis fünfgeschossiges Gebäude, das sich aus mehreren Bauteilen zusammensetzt. Der Kern dieses Komplexes ist der alte Mühlturm, der von einer am Ende des 18. Jahrhunderts von dem Kölner Kaufmann Joh.Wilh. Herygens erbauten Mühle stammt. Diese Mühle weist mit ihrem Namen auf eine früher hier vorhandene "alte Burg" hin, die im Kern ein historisch nachweisbares, römisches Flottenkastell war. Die Umrisse seiner Umwallung sind von Marienburg bis Bayenthal festgestellt worden und umfassen den "Römerberg", also den eigentlichen Marienburger Hügel. Von der Bebauung des Kastells ist historisch nur ein römischer Turm bekannt, der wohl identisch ist mit dem nach der Zerstörung der Colonia durch die Germanen einzig übrig gebliebenen Turm "vor" der Stadt. Die umfangreichen römischen Reste eines Turmsockels im Keller der Mühle von ca. 8 m Durchmesser lassen vermuten, daß die Mühle auf den Resten dieses römischen Kastell-Turms errichtet wurde. Die auf der alten Abbildung sichtbare Dreigeschossigkeit des Mühlturms scheint im heutigen Gebäude beibehalten worden zu sein, eventuell sind auch die historischen Fensteröffnungen mit den heutigen identisch.

In den zwanziger Jahren wurde ein seitlicher Aufzugturm angebaut. Die ein- bis zweigeschossige Umbauung des Gebäudes mit Flachdach entstammt offensichtlich der gleichen Zeit. Ein weiterer Anbau ist etwa 1977/1978 bei Übernahme des Gebäudes durch die Botschaft hinzugefügt worden. Die hohen Stützmauern zur Straße sowie ein Teil der Außenanlagen scheinen um die Jahrhundertwende errichtet worden zu sein. Leider konnten genauere Auskünfte seitens der Botschaft nicht erteilt werden.

Das Innere zeigt im Erdgeschoß hinter dem eingeschossigen Empfangsbau das runde Turminnere als Empfangsraum. Die sparsam stuckierte Decke stammt aus den zwanziger Jahren. Die Räume darüber wurden nicht besichtigt. Die seitlich vom Empfangsraum an der Turmaußenwand abgehende Treppe wurde beim ersten Ausbau errichtet. Der Keller mit römischen Außenwänden (Ziegel- und Naturstein-Mauerwerk wechselnd) und mittelalterlichen (?) Basaltquadern weist eine in Ziegelstein gemauerte, rundlaufende Tonnenwölbung auf, die auf einer mittleren Werksteinsäule aufliegt.

Städtebaulich ist das hinter einer hohen Mauer liegende Gebäude vom Turm her dominierend, der ein unverzichtbarer Bestandteil Marienburgs und darüber hinaus der Kölner Geschichte ist.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0