Wohnhaus
Riehler Gürtel 1 · Riehl
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1587 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Riehler Gürtel 1, 50735 Köln |
| Baujahr | 1928 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 11.08.1983 |
| Stadtteil | Riehl |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Riehl, da es ein bemerkenswertes architektonisches Beispiel moderner Wohnbebauung ist und von daher den Zustand jüngster Vergangenheit in besonderer Weise dokumentiert. Es besteht eine architektonische Korrespondenz zur nahe gelegenen Pfarrkirche St. Engelbert von D. Böhm, die aus der gleichen Zeit stammt (1931) und aus der gleichen kraftvollen Dynamik wie das o.g. Gebäude seine Formen herleitet.
Der Riehler Gürtel läuft auf den Zoologischen Garten zu, der schon 1860 geschaffen wurde. Die zwei Jahre später unweit vom Zoo angelegte Flora wertete den Prachtteil zur Wohnstätte der gutbürgerlichen Mittelschicht auf, wie es z.B. die Bebauung der Stammheimer Straße zeigt. An ihrem Endpunkt liegt, als moderner Abschluß der alten Straße und markantes Zeitbeispiel der Bebauung des Riehler Gürtels, das o.g. Gebäude.
Das 1928 erbaute, viergeschossige Wohn- und Geschäftshaus steht an der Ecke Stammheimer Straße, von wo der gewrblich genutzte Teil des Erdgeschosses erschlossen wird. Der Eingang zum Haupttreppenhaus befindet sich etwa in der Mitte des breit hinaus gelagerten Gebäudes zum Riehler Gürtel hin und weist nach dort (inclusive dem Eckfenster) sechs Fenster in der Horizontalen auf. Zur Stammheimer Straße ist das Gebäude einschließlich dem runden Eckfenster im Erdgeschoß ebenfalls fünf Fenster breit, die Obergeschosse weisen jedoch nur vier Fenster auf.
Der im Stil des Bauhaus geformte Baukörper erhält seinen Aussagewert nicht durch seine Ornamentik sondern durch die plastische Gestaltung des Baukörpers, die vor allem durch die abgerundete und durch alle Geschosse durchlaufende Gebäude-Ecke bestimmt wird. Ein typisches Dokument dieser Bauepoche ist ein über Eck laufendes Glasfenster mit gerundeter Glasscheibe in allen Geschossen. Zum Riehler Gürtel hin ist im dritten Obergeschoß der mittlere Gebäudeteil zurück gesetzt, so daß die Epochen risalitartig plastisch hervortreten. Als weitere Abstufung zur niedrigeren Nachbarbebauung wurde in einer Achse die Gebäudehöhe um ein Geschoß verringert und gleichzeitig dieses Teilstück zurück gesetzt.
Das gleiche Prinzip wird in der Fassade zur Stammheimer Straße sichtbar, hier folgt jedoch das zurück springende dritte Obergeschoß auch der zurück gesetzten Fassadenfront, wodurch die Anbindung an die Nachbarbebauung erfolgt. Die originalen Holzfenster sind in schmaler, sorgfältiger Proportionierung ebengleich zum Mauerwerk eingebaut.
Die Horizontale wird im Mauerwerk durch einen leichten Versatz der Läufer- zur Binderschicht betont, ferner durch die Gesimse über dem dritten und vierten Obergeschoß (überkragendes Dachgesims). Die über fünf Stufen zugängliche Eingangstüre steht mit ihrem Gewände und Überdachung aus gelbem Muschelkalk als Akzent in rotem Mauerwerk.
Die schräg nach innen weisenden Gewände werden in gleichem Material in Boden und Wänden im Eingangsbereich fortgesetzt und werden auch im Material der Treppe aufgenommen. Die Wohnungstüren mit Eisengitter im horizontal liegenden Oberlicht und Zimmertüren sowie Kehlleisten in Eingangsflur und Wohnräumen sind original erhalten.
Die rückwärtige Fassade mit Balkonen ist verputzt.
Es handelt sich bei diesem Gebäude um ein sehr prägnantes Beispiel der Bauhausarchitektur in Köln, welches platzbildend auf einem Eckgrundstück steht, und die ältere Bebauung der Stammheimer Straße abschließt. Es ist städtebaulich eine unverzichtbare Überleitung zu der jüngeren Bausubstanz des Riehler Gürtels und der nördlicher gelegenen Wohngebiete.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0