Wohnhaus
Riehler Gürtel 9 · Riehl
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4485 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Riehler Gürtel 9, 50735 Köln |
| Baujahr | 1914 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 09.03.1988 |
| Stadtteil | Riehl |
Das Einfamilienhaus wurde 1914 gebaut. Baukünstlerisch wirkt die bescheidene zweigeschossige Wohnanlage mit ausgebautem Giebelgeschoß eher konservativ. Die starke Mittelsymetrie, die außer der Zusammenfassung von drei Fenstern zu einer Achse und Giebelbekrönung durch eine breite in der Erstbebauungszeit noch ziemlich ungewöhnliche Garagenabtiefung gegeben ist, ist auch durch einige flache geometrische Bauornamente betont. Die Berufung auf die historisierende Tradition erfolgt besonders in dem Rundbogenportal, das mit einer wulstartigen Pilasterabwandlung im Werkstein geschmückt ist. Die kassettierten Holzeingangstüren mit radial geschnittenem Oberlicht gleichen die Erkereinmauerung der rechten Fensterachse aus. Der Rhythmus der kleinteiligen Fenstergliederung, unterstrichen auch durch zwei Sohlbank-Andeutungen, resoniert in der Einfriedung des kleinen Vorgartens sowie bei der Gestaltung der glatt verputzten Fassade in dem Hintertrakt des Hauses. Das feierlich aufgefaßte Foyer ist durch Rahmenfelder mit Marmorverkleidung, die plastische Stuckdekke und den Mosaikfußboden mit geschmückten Kanten charakterisiert. Die stilistisch aussagekräftige Treppe ist durch einen tief kanulierten Jugendstil-Antrittspfosten eingeleitet. Einige Türen und Fenster zur Straßen- und Gartenfront sind noch in ihrer ursprünglichen Teilung und Durchführung erhalten.
Ortsgeschichtlich ist das o. g. Wohnobjekt bedeutend für die Menschen in Köln-Riehl, da es die Erstbebauung dieses Stadtteils anschaulich belegt. Das 972 erstmals erwähnte Riehl war im Mittelalter eine dörfliche Ansiedlung mit mehreren stattlichen Höfen. Die dauernden Überschwemmungen des Rheins bedingten eine nur sehr lockere Besiedlung des landwirtschaftlichen Terrains.
Mit der Anlage des Zoos im Jahre 1859/60, der Flora 1862/64 und der Eröffnung von mehreren Sommerwirtschaften hat sich Riehl zu einem beliebten Ausflugsziel der Kölner entwickelt. Die systematische Bautätigkeit begann hier erst nach der Eingemeindung nach Köln 1888, wobei die bedeutendsten Wohnsiedlungen, repräsenative Mietblöcke und Villaanlagen zu der Zeit nach der Jahrhundertwende entstanden. Der Riehler Gürtel, der eine der wichtigsten Verbindungsstraßen des Viertels darstellt, ist überwiegend mit einheitlich gestalteten drei- bis viergeschossigen großen Mietblöcken bebaut. Als kleine Doppelhäuser angelegt, ergänzen kleinere Baueinheiten den großzügigen Straßenzug.
Städtebaulich bildet das o. g. Wohnobjekt mit dem als Eckhaus aufgefaßten Nachbargebäude (Nr. 7) ein durch Dachführung, Baumasse, Fensterteilung und Verzierung zusammenhängendes stilgerechtes Ambiente, das dann fließend zum höheren Baubestand der Straße überleitet.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0