Wohn- u. Geschäftshaus

Bremer Straße 5 · Neustadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_1588
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Bremer Straße 5, 50670 Köln
Baujahrum 1895
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 24.08.1983
Stadtteil Neustadt/Nord

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln, da es die Erstbebauung des nördlichen Gebiets des ehemaligen Rayongeländes nach der Niederlegung der Stadtmauern und damit die Entstehungsgeschichte der Neustadt dokumentiert. Diese Bebauung, die nach dem vom Kölner Stadtbaumeister H.J. Stübben erstellten Erweiterungsplan von 1881 erfolgte, verlief um die Jahrhundertwende in mehreren Phasen. Das o.g. Gebäude ist - eventuell durch die Nähe des Bahnhofs - ein relativ später Bau des Gründerzeitalters.

Das Gebäude Bremer Straße 5, Bauzeit um 1895, zeichnet sich sowohl durch seine Größe - es ist ein Eckhaus mit fünf Achsen zur Bremer Straße und acht Achsen zur Maybachstraße - als auch durch seine Funktionsmischung als Wohn- und Industriegebäude aus. Das Erdgeschoß und ein darüber liegendes Mezzanin wurden und werden industriell genutzt, während in den Obergeschossen Großwohnungen liegen. Im Erdgeschoß sind eine große Toreinfahrt und je eine Türe für den Wohnungs- und den Industriebereich vorhanden.

Die Architektur unterscheidet den Zweckbau mit einfachen, jedoch sehr soliden Mitteln. Die Fassade besteht aus Ziegelsteinen mit sparsamer Werksteinornamentik. Eine Arkaden-Architektur umgreift Erdgeschoß und Mezzanin, wobei der Sockel in gequadertem Werkstein ausgeführt wurde. Beide Fassaden werden im zweiten und dritten Obergeschoß durch je zwei Seitenerker untergliedert, die im dritten Obergeschoß in einem Balkon enden. Hier befindet sich jeweils eine größere Sandsteinkartusche um ein großes, lateinisches S. Ein weiterer Hinweis auf den Erbauer des Hauses, den Besitzer einer Nudelfabrik, ist ein Sandsteinmännchen mit Nudelrolle über dem Eckeingang.

Das Dach zeugt mit einer Dachgaube je Fensterachse nach beiden Straßenseiten vom hohen Ausnutzungsgrad des Grundstücks. Das zeigt auch ein kleiner, betonierter Hinterhof, auf den die Balkone der rückwärtigen Ziegelfassade gerichtet sind.

Fenster und Türen sind im Originalzustand. Das Treppenhaus aus Kunststein mit Eisengeländer führt aus einer aufwendig mit Stuck und Terrazzoboden ausgestatteten Eingangshalle über das Mezzanin hinaus in die Wohngeschosse. Hier ist noch überall die originale Ausstattung: Wohnungstüren, Stuckdekken, Terrazzoboden in Küche und Zimmertüren mit Gewände.

Das Haus steht in seiner Zweckhaftigkeit städtebaulich in Schinkel'scher, preußischer Tradition. Als Verbindungsbau zum Güterbahnhof, aber auch als solide gebautes Wohngebäude ist es ein unverzichtbarer Bestandteil der Originalbebauung in diesem Stadtraum.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0