Wohnhaus

Erzbergerplatz 12 · Nippes

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_1612
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Erzbergerplatz 12, 50733 Köln
Baujahr1905 bis 1910
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 26.09.1983
Stadtteil Nippes

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln, insbesondere für den Stadtteil Nippes, da es die Erstbebauung dieses Stadtteils dokumentiert. Nippes hat sich aus einer im Mittelalter zur Herrlichkeit Mauenheim gehörenden Ansammlung von Höfen entwickelt, von denen einer am Nipp (steil abfallende Höhe) gelegen, dem Stadtteil den Namen gab. Dieser wuchs erst aufgrund von Industrieansiedlungen (Porzellanfabrik, Werkstätte Rheinische Eisenbahn) in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einer relativ geschlossenen Stadtlandschaft zusammen und wurde erst 1888 in die Stadt Köln eingemeindet.

Das um 1905 gebaute Haus ist dreigeschossig, die beiden Fensterachsen sind im ersten und zweiten Obergeschoß durch einen glatten Putzrahmen zusammengefaßt. Stilistisch vereinigt es Elemente des Jugendstils (Ornamente in Brüstung und über den Fenstern des ersten Obergeschosses, Rhombenschmuck auf den senkrechten Friesen) mit Strukturelementen des Historismus (Rustikastruktur im Erdgeschoß bis erstes Obergeschoß, Fenster- und Giebelumrahmung mit eingestellten Schmucksäulchen) in freier, die Statik zum Teil überspielender Form.

Durch einen Erker im ersten und zweiten Obergeschoß in der rechten Achse, der in dem Dachgeschoß (drittes Obergeschoß) durch einen Balkon abgeschlossen wird, erhält die Fassade plastische Akzentuierung. Über dem Erker steht im Dachgeschoß ein fischblasenartig geschweifter Ziergiebel, der im Geschoß darüber (viertes Obergeschoß, Dachboden) ein rundes Dachfenster umschließt. Die horizontale Gliederung des Erdgeschosses ist nur teilweise auf die Senkrechte der Obergeschosse abgestimmt.

Durch die seitlich an den Gebäuderand gesetzte Haustüre betritt man den mit reichem, plastischen Wandschmuck und Fußbodenfliesen geschmückten Eingang. Die Decke ist tonnenartig gewölbt und mit Gurtbögen unterbrochen. Eine Terrazzotreppe mit Holzgeländer führt in die Geschoßwohnungen, in denen Wohnungs- und Zimmertüren sowie die Stuckdecken original erhalten blieben.

Der Erzbergerplatz ist als Platzanlage, aber auch von der Fassadenumrahmung her, ein Stück erhalten gebliebene Stadtstruktur des frühen 20. Jahrhunderts. Das Haus Nr. 12 ist ein unverzichtbarer Teil dieses Ensembles und darüber hinaus ein signifikantes Beispiel für die dekorative Fassadengestaltung des frühen 20. Jahrhunderts.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0