Wohn- u. Geschäftshaus

Erzbergerplatz 8 · Nippes

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_3937
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Erzbergerplatz 8, 50733 Köln
Baujahr1905 bis 1910
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 22.10.1986
Stadtteil Nippes

Das zwischen 1905 und 1910 erbaute Wohn- und Geschäftshaus bildet mit dem Nachbargebäude Nr. 6 eine gemeinsame Fassade, die die beiden dreiachsigen Gebäude symmetrisch aufeinander bezieht. Sockelgeschoß und 1. Obergeschoß sind durch breite Horizontalfugen zusammengefaßt, die beiden darüberliegenden Geschosse jeweils durch zweiachsige Erker betont. Im Dachgeschoß zeigen die hohen Mittelgiebel reiche, ins Klassizistische tendierende Schmuckformen, denen auch die kräftige Übergiebelung des Erkers verpflichtet ist. In sehr freier Verwendung der Stilmittel nehmen die bogenförmig abschließenden Dachgauben das Motiv der Bogenfenster im 1. Obergeschoß wieder auf. Das Nachbarhaus Nr. 6 besitzt sowohl originale Fenster und blieb auch durch einen historisch passenden Fassadenanstrich in einigen Details (Einfugen von Fliesenornamenten in den Obergeschossen) der ursprünglichen Gesamtkonzeption getreu.

Im Innern sind beide Häuser gleichartig ausgestattet. Der Eingangsbereich ist an den Wänden mit grauen Jugendstilkacheln gefliest, der Terrazzoboden führt zu einer rötlichen Terrazzotreppe mit Holzgeländer. Wand und Decke der Eingangshalle sind reich stuckiert, die gewölbte Decke zeigt klassische Kassettenaufteilung. In den Obergeschossen blieb der historische Aufbau mit originalen Wohnungs- und Zimmertüren sowie Deckenstuck in den Vorderräumen erhalten. Die rückwärtige Fassade in Backstein öffnet sich zu einem kleinen Gartenhof.

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte von Köln-Nippes, da es die Erstbebauung dieses Stadtteils dokumentiert und mit seiner typischen Fassade das Stadtbild prägt. Dieses Stadtbild wird bestimmt von den Miets- und Wohnhäusern einfacherer Bürger und Arbeiter, die in dem sich früh entwickelnden Industrievorort ab Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden. Zur Nutzung und Erhaltung des Gebäudes liegen künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe vor.

Städtebaulich ist das Objekt innerhalb der fast vollständig erhaltenen Randbebauung des Erzberger Platzes, die auf dieser Seite von Nr. 2 bis Nr. 14 reicht, unverzichtbar, dokumentiert es doch damit den spätbürgerlichen, der Natur sich öffnenden Städtebau nach der Jahrhundertwende. Da auch die Platzanlage im wesentlichen original erhalten ist, ist das Ensemble für Köln von hoher städtebaulicher Bedeutung.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0