Wohnhaus

Fridolinstraße 74 · Neuehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_1619
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Fridolinstraße 74, 50823 Köln
Baujahr1902
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 27.09.1983
Stadtteil Neuehrenfeld

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Neuehrenfeld, da es die Erstbebauung dieses Stadtteils dokumentiert. Dieser Stadtteil wurde von Ehrenfeld aus, das 1879 die Stadtrechte erhielt, gegründet, wobei es von Norden her (Landmannstraße, Lenauplatz) und von Süden her (Ottostraße, Eichendorffstraße) erschlossen wurde. Backsteinkirchen in neugotischem Stil (St. Anna in der Ottostraße, St. Peter am Simarplatz) bildeten Beziehungspunkte der Wohnbesiedlung. Der Norden (Takuplatz) wurde von Genossenschaften, z.B. Ehrenfelder Wohnungsgesellschaft, besiedelt. Die Fridolinstraße verbindet die westlichen und den östlichen Teil Neuehrenfelds miteinander und endet im Osten am Simarplatz (St. Peter).

Das dreigeschossige, vierachsige Wohnhaus aus dem Jahr 1902 besitzt eine historisierende Fassade. Im Erdgeschoß ist sie - mit horizontalen Rustika-Fugen - (neu) stuckiert, in den Obergeschossen ist die Stuckgliederung in die Fassadenfläche aus gelben Backsteinen eingefügt.

Der Eingang im Erdgeschoß zeigt die originale, historisierende Stuckornamentik, die aus beidseitigen Pfeilervorlagen mit ionischem Kapitell, darüber gesetztem Rundbogen und einem mit Triglyphen geschmückten Architrav besteht. Darüber setzen auf einem kräftigen, die gesamte Hausbreite einnehmenden Deckengesims die stuckierten Fensterbrüstungen auf, die aus kräftigen, horizontalen Diamantquadern bestehen. Sie werden seitlich von glatten Stuckrahmen gefaßt, die über dem Fenstersturz mit einem geraden Gesims abschließen. Die mittleren beiden Fenster erhalten eine deutliche Akzentuierung durch Dreieckübergiebelungen über ein zwischengefügtes, horizontales Band, während die beiden Seitenfenster mit einem hoch gestellten, geraden Gesims abschließen. Seitlich werden die Mittelfenster durch Pfeiler mit Kapitellen betont, die unterhalb eines durchlaufenden Fensterbankgesimses auf Diamantquader-Podesten stehen. Im zweiten Obergeschoß ist die Differenzierung zwischen Mittel- und Seitenfenster gering. Der Stuckrahmen um die Fenster wird in der Mitte mit Kapitellen, an den Seitenfenstern mit ohrenartiger Verkröpfung im Rahmen betont. Über einem stark profilierten Dachgesims sind drei Dachgauben sichtbar, die die Axialität der Obergeschosse der Fassade aufnehmen.

Die rückwärtige Fassade ist im Erdgeschoß verputzt, in den Obergeschossen original in Backsteinen sichtbar (anschließendes Gärtchen).

Im Inneren blieben im Eingang der Terrazzofußboden sowie die Holztreppe mit (neuem) Holzgeländer erhalten. Die Wohnungen mit Wohnungs- und Zimmertüren sowie Deckenstuck dokumentieren den einfacheren Ausbaustandort der Jahrhundertwende.

Der westliche Teil der Fridolinstraße, wozu auch dieses Gebäude gehört, liegt im Ensemble-Bereich Neuehrenfelds. Hier ist nicht nur ein bedeutender Teil der Erstbebauung des Stadtteils erhalten geblieben, sondern es ist auch durch Verkehrsberuhigung, Begrünung der Innenhöfe, sorgfältige Restaurierung vieler Fassaden ein Wohngebiet entstanden, das alten Bestand und moderne Nutzung glücklich vereint. Das Gebäude ist deshalb für den Charakter Neuehrenfelds unverzichtbar.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0