Wohn- u. Geschäftshaus

Gottesweg 143 · Klettenberg

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_1621
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Gottesweg 143, 50939 Köln
Baujahrum 1905
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 27.09.1983
Stadtteil Klettenberg

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Klettenberg, da es die Geschichte der Stadtentwicklung dieses Stadtteils zwischen Sülz und Zollstock dokumentiert. Der Stadtteil Klettenberg ist erst nach der Jahrhundertwende im Anschluß an Sülz unter dem Einfluß der von England kommenden und in Deutschland weitergeführten Gartenstadtbewegung gegründet worden und umfaßt sowohl im stadtnehen Teil Mietstockwerkbauten für gehobene bis mittlere soziale Schichten als auch Eigenheime, deren Wert durch die umgebenden Parks (Klettenberg- und Beethovenpark) erhöht wird.

Der Gottesweg gleicht städtebaulich den Straßen des Stadtteils Sülz, da er (in Verlängerung der Sülzburgstraße) in seiner Bausubstanz die gleichen stilistischen Elemente des frühen 20. Jahrhunderts aufweist. Es handelt sich hier zweifellos um einen baulich abgeschlossenen und denkmalwürdigen Stadtraum.

Das um 1905 erbaute Wohn- und Geschäftshaus hat drei Stockwerke und drei Achsen. Das Erdgeschoß ist in rauher Rustika stuckiert (über einem glatten Sockel mit Kellerfenstern). Über der Hauseingangstüre ist ein flach reliefiertes Stuckelement angebracht. Die Obergeschosse sind symmetrisch gegliedert, wobei der zweifensterige Erker und der im Dachgeschoß aufgehende Giebel die betonte Mittelachse bilden. Alle Fenster des ersten Obergeschosses sind mit einem leicht geschwungenen Spitzgiebel mit darunter eingeschlossener, ornamentaler Stukkatur überdacht, wobei die weit ausschwingende Überdachung dem Erker besondere Plastizität verleiht. Unterhalb der Fensterbankgesimse sind Rosetten aufgereiht, ein Schmuckelement, das sich im zweiten Obergeschoß wiederholt. Da das Dachgesims knapp über den Fenstern des zweiten Obergeschosses ansetzt, fehlt die Übergiebelung, die Fenster sind mit einem schmalen Rahmen eingefaßt. Bemerkenswert sind in den Seitenachsen die horizontalen Mäanderbänder in Kämpferhöhe, während auf dem Erker eine senkrechte Strukturierung durch Kannelierung bzw. Riefen festzustellen ist, die in einer Art Kapitell-Ornamentik endet. Der den Erker abschließende Balkon ist schmucklos, der wiederum leicht geschwungene Mittelgiebel erscheint durch Abschlußgesims (mit seitlichen Kugeln) und einem von Festons eingerahmten Mittelmedaillon um so stärker betont. Das Schmuckmotiv des Hauptgiebels wird auf den beiden seitlichen Dachgauben über den Seitenachsen wiederholt (Festonschmuck im Kreisornament). Das Mansarddach ist ausgebaut.

Das Innere zeigt die typische Eingangsornamentik mit Jugendstil-Wandfliesen, ornamentiertem Terrazzoboden und mit Gurtbögen stuckierter Wand und (abgerundeter) Decke (schmaler Fries unterhalb der Decke). Wohnungs- und Zimmertüren sind teilweise erhalten. Die Terrazzotreppe hat ein gedrechseltes Holzgeländer. Das Hinterhaus in Backstein schaut auf ein kleines Gärtchen.

Der den Güterbahnhof Eifeltor unterschneidende Gottesweg ist von Nr. 143 bis 135 noch mit Vorstadthäusern aus der Zeit des beginnenden 20. Jahrhunderts bebaut und stellt in dieser erhaltenen Hauszeile ein Dokument der Erstbebauung dieser Straße dar. Das Gebäude ist deshalb im historischen Gesamtbild der Straße unverzichtbar.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0