Wohnhaus
Bergisch Gladbacher Straße 111 · Mülheim
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1638 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Bergisch Gladbacher Straße 111, 51065 Köln |
| Baujahr | 1920 bis 1930 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 28.09.1983 |
| Stadtteil | Mülheim |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Mülheim, da es den bis in die zwanziger Jahre dieses Jahrhunderts anhaltenden Ausbauprozeß dieser bis 1914 selbständigen Stadt dokumentiert. Aufgrund der günstigen Verkehrslage (Rheinhafen, Straßen- und seit ca. 1850 Eisenbahnknotenpunkt) und der historisch-politischen Gegebenheiten (Tradition der religiösen Freiheit) entwickelte sich Mülheim im 19. Jahrhundert aus einer Gewerbestadt zum industriellen Vorort. Als Folge dieser Industrialisierung erlebte Mülheim einen wirtschaftlichen Aufschwung mit Bevölkerungszuwachs, der zur raschen Bebauung der Hauptstraßen und des bis dahin freien Geländes in der Nähe der neuen Industrieanlagen führte. In den zwanziger Jahren entstanden vor allem Villen auf dem noch nicht bebauten Gelände zwischen den Hauptstraßen. Ausnahmsweise wurden jedoch auch einzelne Gebäude in vorhandene Baulücken dieser Hauptstraßen errichtet.
Das viergeschossige Miethaus mit Dachgeschoß im Mansarddach wurde zwischen 1920 - 1930 errichtet. Es zeigt eine vierachsige, scheinbar gleichmäßig vertikal strukturierte Fassade mit gleichen, rechteckigen (im Erdgeschoß höheren) Fenstern und einem schmalen, rechteckigen Eingang rechts, der die ganze Höhe des Erdgeschosses einnimmt. Eine Akzentuierung erfährt die Fassade durch die horizontale Gliederung mittels Gurt- (Erdgeschoß) bzw. Fensterbankgesims (erstes und viertes Obergeschoß) und das mächtige Kranzgesims. Diese plastisch sehr zurückhaltende Horizontalgliederung läßt das Erdgeschoß als ein Sockelgeschoß (mit Andeutung von dorischen Pilasterkapitellen), das vierte Obergeschoß als ein Attikageschoß und die Mittelzone (erstes und zweites Obergeschoß) als eine Einheit erscheinen. Somit kommt der neoklassizistische Charakter dieser scheinbar schlichten und dekorlosen Fassade deutlich zum Ausdruck.
Eine schlicht gehaltene, originale Haustüre mit Oberlicht, mit Sprossen gegliederte Fenster, Marmorfußboden (schwarzweiß gemustert) und Wandfliesen im Hausflur, breite, dreiteilige und verglaste Wohnungstüren im ersten und zweiten Obergeschoß gehören zur originalen Ausstattung des Hausinneren, in dem der neoklassizistische Stil der Fassade wieder aufgenommen ist.
Städtebaulich schließt das Haus an die früher gebaute Hausfront von Jugendstil-Gebäuden der Nummern 101 - 109 an, indem es sowohl die Proportionen als auch die Dachform (Mansarddach) übernimmt. In dem geschlossenen Ensemble dieser Häuser stellt das o.g. Objekt jedoch stilistisch ein Unikum dar und macht die Architekturgeschichte am Ort erlebbar.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0