Wohnhaus

Zehntstraße 29 · Mülheim

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_2212
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Zehntstraße 29, 51065 Köln
Baujahrum 1870 bis 1880
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 09.04.1984
Stadtteil Mülheim

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Mülheim, da es den Ausbauprozeß und die Entwicklung der Arbeits- und Produktionsverhältnisse dieser bis 1914 selbständigen Stadt dokumentiert. Aufgrund der günstigen Verkehrslage (Rheinhafen, Straßen- und seit ca. 1850 Eisenbahnknotenpunkt) und der historisch-politischen Gegebenheiten (Tradition der religiösen Freiheit) entwickelte sich Mülheim im 19. Jh. aus einer Gewerbestadt zum industriellen Vorort (Waggonfabrik Zypen & Charlier 1846, Bleiweißfabrik Lindgens & Söhne 1851, Walzwerk Böcking & Cie 1872, Drahtseilerei Felten & Guilleaume 1874). Als Folge dieser Industriealisierung erlebte Mülheim einen wirtschaftlichen Aufschwung mit Bevölkerungszuwachs, der zur raschen Bebauung des bis dahin freien Geländes entlang der Hauptstraßen und in der Nähe der neuen Industrieanlagen führte.

Das eineinhalbgeschossige Haus mit kleinem Vorgarten wurde um 1870 bis 1880 errichtet. Es zeigt eine dreiachsige Backsteinfassade mit Segmentbogenfenster und -tür. Im Hausinneren ist eine Holztreppe sowie originale Zimmertüren erhaltungswürdig. Das o. g. Objekt ist ein Teil einer Wohnhausgruppe von gleichen Reihenhäusern (Nr. 23 - 39), die als Arbeiterwerkshäuschen der Firma Felten & Guilleaume entstanden sind. Zusammen mit der Eckhausgruppe Zehntstraße 41 - 45 bildet diese Wohnhauszeile (Nr. 23 - 39) ein städtebauliches Ensemble von gleichen Backsteinbauten mit gleicher sozialer Bestimmung (Arbeiterwerkshäuser), die in unmittelbarer Nähe der Fabrik gruppiert sind. Sie bilden zusätzlich einen städtebaulichen Gegensatz zur anderseitigen Bebauung der Zehntstraße (vor allem Nr. 22), die für Angestellte desselben Werkes bestimmt waren.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0