Wohnhaus

Oberländer Ufer 190 · Marienburg

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_1667
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Oberländer Ufer 190, 50968 Köln
Baujahr1908
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 06.10.1983
Stadtteil Marienburg

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Marienburg, da es den Ausbau (der bis in die zwanziger Jahre dieses Jahrhunderts hinein reichte) dieses repräsentativen Kölner Villenvororts dokumentiert. Ende des vorigen Jahrhunderts entstanden außerhalb des Gürtels zwischen der Bonner Straße und dem Rheinufer nach einem Betreuungsentwurf zu einer "Villenkolonie" eine Reihe von Landhäusern und Prachtvillen, die von bekannten Architekten für Bürger mit höchsten Ansprüchen entworfen und bestimmt waren. Mit der Errichtung des Bismarckturms (1902) erreichte der Ausbau dieses Villenvororts das Rheinufer.

Das o.g. Objekt, eine dreigeschossige Villa mit differenzierter Baukörpergliederung, wurde um 1908 errichtet. Die Fassade mit Altan, Erker, Loggia, Giebeln u.ä. zeigt eine Vielfalt von Formen und Materialien (Werkstein, Putz, Stuck, Fachwerk). Stilistisch ist die Fassadengestaltung dem Jugendstil zuzuzählen, wobei viele Formenelemente den früheren, historischen Stilen entnommen wurden: Dem Barock (Giebelform), der Romanik (Loggia-Arkaden), der Gotik (Stabwerk am Giebel) usw. Während die von der Straße aus sichtbaren Teile des Hauses mit repräsentativen Fassaden ausgestattet ist, weist die Rückseite eine schlichte und "funktionale" Wandstruktur auf. Originale Fenster, Portal mit Eichenholztüre und Einfriedung mit Schmiedeeisengitter ergänzen das repräsentative Erscheinungsbild der Villa.

Im Hausinneren sind erhaltenswürdig: Treppenhaustüre, Fußbodenfliesen, Deckenstuck, Marmorwandverkleidung und Marmortreppe mit Bronzestäben und Holzlauf als Geländer (im Haupttreppenhaus); Salontüre, Kassetendecke und Parkettfußboden (im Salon); Koffengewölbe, ovale Deckennische mit feinem Stuckdekor bzw. Stuckdecke mit geometrischem Muster und Parkettfußboden (in den Vorderzimmern); Jugendstil-Wandfliesen und -fußbodenfliesen (im Badezimmer); Terrazzotreppe mit Holzlauf (im Nebentreppenhaus).

Städtebaulich ist diese Villa von großer Bedeutung für den Villenvorort Marienburg. Sie trägt ihrem exponierten Standort am Rheinufer Rechnung, wo sie einen Bestandteil einer ganzen (heute leider unvollständigen) Reihe von Prunkvillen bildet, die mit dem schloßartigen "Palais Oppenheim" (ADACHaus) ihren Höhepunkt finden.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0