Wohnhaus
Oberländer Ufer 186 · Marienburg
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4547 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Oberländer Ufer 186, 50968 Köln |
| Baujahr | 1913 bis 1914 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 05.04.1988 |
| Stadtteil | Marienburg |
Bei dem o. g. Gebäude handelt es sich um den linken Gebäudeteil einer Doppelvilla, die 1913/14 für den Sanitätsrat Dr. Theo Weischer und Amtsgerichtsrat Th. Roeckerath errichtet wurde. Die Villa gilt als eines der Hauptwerke des um die Jahrhundertwende berühmten Architekten Franz Brantzky (1871 - 1945) und wurde zu ihrer Erbauungszeit als eines der besten Beispiele moderner Architektur angesehen.
Durch die Zusammenfassung der zwei Häuser unter einem Dach wird die Wirkung eines palaisartigen Baus erzielt. Das Erscheinungsbild der insgesamt 10 Achsen großen, 3 1/2-geschossigen Villa wird wesentlich durch die spiegelgleiche Ausbildung der Werksteinfassade bestimmt. Als vertikale Gliederungselemente dienen kannelierte Pilaster, die in der Gebäudemitte von 5 Putten bekrönt werden. Die Hausseiten werden jeweils durch halbrunde Altane betont, deren oberer Abschluß eine Werksteinbrüstung bildet. Dazwischen spannt sich im EG ein mit einer Balustrade versehener Balkon als ein die Fasade zusammenfassendes Bauelement. Die Fenster sind ebenfalls symmetrisch angeordnet und tragen zu einer klaren Geschoßgliederung bei. Das Sockelgeschoß wird durch fächerartig gesprosste Rundbogenfenster belichtet, in den oberen Geschossen befinden sich hochrechteckige Fenster, die ursprünglich alle mit regelmäßiger Sprossengliederung - einem wesentlichen Gestaltungsmerkmal der Fassade - versehen waren. Zusätzlich hervorgehoben werden die Fenster der Belétage durch profilierte Rahmung und Giebelverdachung, während 4 Fenster in der Gebäudemitte durch stuckierte Rundbögen akzentuiert werden.
Das 2. OG und das Dachgeschoß sind durch den Umbau des ursprünglichen Mansarddaches zu einem Walmdach mit neuen Dachgauben und Balkonanlage (2. OG) verändert worden.
Die Villa ist in ihrer Gesamtkonzeption als auch in der Detailausführung ein Gebäude von großer künstlerischer Qualität und Bedeutung. Ihr palastartiger Charakter wird durch die großzügige Fassadengestaltung in absoluter Spiegelgleichheit und Betonung der Gebäudemitte geprägt. Traditionelle Bauelemente - insbesondere des Barock und des Klassizismus - werden wieder aufgenommen und variiert und kennzeichnen den Prunk- und Repräsentationsanspruch großbürgerlicher Lebensweise. Die rückwärtige Gartenanlage und die z. T. erhaltene originale Einfriedung vervollkommnen die ästhetische Einheit der Villa. An der Erforschung dieses Hauses besteht aus allen o. g. Gründen ein großes wissenschaftliches Interesse.
Das Haus Oberländer Ufer 186 ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Marienburg, da es ein wesentliches Element des weitgehend erhaltenen Villenvorortes aus dem Beginn des 20. Jahrhunderts darstellt. Dieses Ensemble, gelegen auf einem hochwasserfreien Hügel in Stadtnähe, steht nahe an den Resten eines römischen Flottenkastells, auf dessen Grundmauern im 18. Jahrhundert eine Windmühle errichtet wurde. Im 19. Jahrhundert wurde auf dem Gelände nach Plänen des Stadtbaumeisters J. Stübben eine Villenkolonie, benannt nach dem örtlichen Gutshof, angelegt. Bedeutende deutsche Architekten haben hier wertvolle und unverzichtbare Beispiele repräsentativen Wohnens, zusammen mit den gleichzeitig angelegten Gärten und Parkanlagen geschaffen.
Das Haus Oberländer Ufer 186 zeichnet sich zudem durch seinen exponierten Standort am Rheinufer in der Nähe des Bismarckturmes aus. Dieser bewußt am Rheinufer gestaltete Bau setzt hier jene Reihung von Prunkvillen fort, die mit dem schloßartigen Palais "Oppenheim" ihren Höhepunkt fand und stellt somit einen unverzichtbaren Fixpunkt innerhalb der schon allzusehr dezimierten historischen Rheinuferbebauung dar.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0