Wohnhaus

Hansaring 8 · Neustadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_1685
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Hansaring 8, 50670 Köln
Baujahr1888
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 14.10.1983
Stadtteil Neustadt/Nord

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln, da es die Erstbebauung des westlichen Gebiets des ehemaligen Rayongeländes nach der Niederlegung der Stadtmauern und damit die Entstehungsgeschichte der Neustadt dokumentiert. Diese Bebauung, die nach dem vom Kölner Stadtbaumeister H.J. Stübben erstellten Erweiterungsplan von 1881 erfolgte, verlief um die Jahrhundertwende in mehreren Phasen. Das Gebäude ist ein repräsentatives Beispiel der Erstbebauung der Ringe.

Das viergeschossige Wohngebäude ist ein Beispiel der repräsentativen Erstbebauung des Hansarings, wovon leider nur noch sehr wenig erhalten geblieben ist. Das 1888 erbaute Mietgeschoßhaus besitzt vier Achsen mit starker Mittelbetonung durch einen zweiachsigen Erker im ersten und zweiten Obergeschoß. Die reiche Stuckfassade mit Beletage ist im Stil der Renaissance gehalten. Das repräsentative erste Obergeschoß mit auf Podesten stehenden Halbsäulenvorlagen und Dreieckgiebeln auf Architraven über den Fenstern erhebt sich über einem stark rustizierten Erdgeschoß, von dem es sich durch einen mit Diamantquadern geschmückten Brüstungsfries mit ausladenden Gesimsen absetzt. Im zweiten Obergeschoß wird es von einem Fensterbankgesims begrenzt. Hier zeigt sich einfachere Gliederung durch Pilaster im Erker und gerade Fensterüberdachungen. Im dritten Obergeschoß, welches deutlich niedriger ist, stehen auf glattem Putz flache Pilaster auf Podesten, die in einem stark ausgeprägten Kranzgesims mit reichem Konsolenschmuck enden.

Die Eingangshalle ist noch mit erhaltenem Boden-, Decken- und Wandschmuck (Mosaikfliesen, Stuckdekce und -wände) versehen (Pfeilervorlage zum Treppenhaus, Holzpostament vor Holztreppe mit -geländer). Stuckdecken befinden sich im ersten und zweiten Obergeschoß teilweise, originale Wohnungs- und Zimmertüren. Zum Gartenhof hin originale Holzfenster mit Balkonen (schmiedeeisernes Gitter). Original-Treppe zum Garten aus dem Erdgeschoß.

Rückwärtige Fassade in Klinker.

Das Haus ist eines der letzten Dokumente repräsentativer Ringbebauung und korrespondiert zur gegenüber liegenden, teilweise restaurierten Altbebauung durch gleiche Maßstäblichkeit. Der gute Erhaltungszustand macht es zu einem unverzichtbaren Bestandteil der Ringbebauung, die damit ihre bauliche und geschichtliche Tradition für den Bürger an städtebaulich exponierter Stelle augenfällig macht.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0