Wohnhaus

Hansaring 18 · Altstadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_0806
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Hansaring 18, 50670 Köln
Baujahr1888
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 30.10.1981
Stadtteil Altstadt/Nord

Bei dem 1888 errichteten Wohnhaus handelt es sich um ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Ortsgeschichtlich ist das Bauobjekt Zeugnis der nach 1881 ausgeführten Stadterweiterung von Köln, wobei die ursprüngliche "Ringstraße" das Kernstück der halbkreisförmig um die Altstadt angelegten, einmaligen, urbanistischen Neugründung war. Der sechs Kilometer lange Prachtboulevard war von seinen Planern, den Aachener Architekten Josef Stübben und Karl Henrici, als eine "Kette festlicher Räume" in zehn Abschnitten von unterschiedlicher Breite und Gestaltung angelegt. Besonders im mittleren Teil der Ringe, zu dem auch ein Teil des Hauseingangs gehört, waren vor allem die repräsentativen Bauten bevorzugt, in denen zumeist nach Kölner Tradition nur eine Familie wohnte. Die Einmaligkeit der meisten dieser prachtvollen Wohnhäuser, in denen sich eine Epoche der Kulturgeschichte und des Städtebaus spiegelt, hat sich durch nachfolgende Umbauten und Sanierungen sowie durch die Zerstörungen des zweiten Weltkriegs enorm erhöht.

Baukünstlerisch belegt das monumentale, durch fünf Achsen und vier Geschosse mit einem zusätzlichen Attikastockwerk versehene, senkrecht wie horizontal gleichmäßig angelegte Wohnobjekt die vorbildliche Rolle der Paläste der italienischen Renaissance bei der Erstbebauung der Ringstraße. Der wie bei den Bauten der Umgebung übliche, zweigeschossige Erkervorsprung mit einer dreimal wiederholten Steinbalustrade, hohen Konsolen und korinthischen Pilasterkapitellen, die bei der Teilung der Fenster ins Ornamentierte zu Pfeilern umgewandelt sind, betont die traditionelle Symmetrieanlage der Mitte. Die kräftigen Diamantbossen der Erdgeschoßzone sind im oberen Bereich der glatten Stuckfassade durch zarte Quadereinschnitte weiter verfolgt. Die Schlußsteine der rundbogigen Erdgeschoßfenster sind im ersten Obergeschoß durch die in Muschelform ausgeführte Archivolten-Anlage, dann im zweiten Obergeschoß durch Dreieckgiebelbekrönung und schließlich im dritten Obergeschoß durch einfache Segmentwölbungen mit geraden Verdachungen abgelöst. Die flachen Stützpfeiler der Seitenrahmung der Fenster des ersten und zweiten Obergeschosses wandeln sich im dritten Obergeschoß um in ornamentale Leisten, wobei kräftige Konsolen das Kranzgesims als horizontalen Abschluß der Dachzone tragen. Das hohe Satteldach stockt die Schauseite an die in der Umgebung übliche Höhe auf. Die fünf parallel geführten Brüstungsgesimse dienen an den einzelnen Geschossen zur Sohlbankabgrenzung der Fenster, wobei als besonders aussagekräftig die zwei obersten Linien der Gesimsführung zu bezeichnen sind.

Im Hausinneren sind die Triumphbogenrahmung sowie die Wände des Vestibüls mit Rosetten und Stuckleisten mit Steineinlagen geschmückt. Im herrschaftlich gestalteten Treppenhaus dominiert die hohe Holztreppe mit Antrittspfosten und gedrechseltem Geländer. Während die Stuckdecke des Treppenhauses nur sparsam verziert ist, entfalten sich die Stuckornamentierungen in den Hauptzimmern der zur Straße gelegenen Seite. Die hohen, verglasten Abschlußtüren mit Oberlicht in den unteren drei Etagen erinnern an die anspruchsvollen Erwartungen der Erstbewohner des Hauses. Die bescheidene Hinterfassade steht zu diesen hochherrschaftlichen Ambitionen in ziemlichem Widerspruch.

Städtebaulich harmoniert das o.g. Wohnobjekt mit den noch erhaltenen Nachbarhäusern Nr. 16 und Nr. 12, so daß das abwechslungsreiche Straßenbild und die beherrschende Wirkung der geschichtlichen Vorstellung auch in den einzelnen Details noch anschaulich, rekonstruierbar und voll erlebbar bleibt.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0