Wohnhaus

Hansaring 16 · Neustadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_4424
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Hansaring 16, 50670 Köln
Baujahr1880
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 25.01.1988
Stadtteil Neustadt/Nord

Das viergeschossige Mietstockwerksgebäude aus dem Jahre 1880 besitzt in den Obergeschossen eine Backsteinfassade, die allerdings im EG durch eine kräftige Rustikastuckierung und in den Obergeschossen durch Stuckgliederungen im Stile einer deutsch-italienischen Neorenaissance geschmückt ist. Die axiale Ausrichtung der Fassade wird durch das enge Beieinander des mittleren Fensterpaares betont, zu deren Akzentuierung im 1. und 2. OG Balkone vorgesehen waren. Der Balkon des 2. OG wurde allerdings durch Kriegseinwirkung entfernt; erneuert wurden auch Haustüre und Fenster. Das Objekt besitzt kein Hinterhaus. Die Fassade weist vier Geschosse und vier Achsen auf, wie bei Nr. 14 ist ein Attikageschoß vorhanden.

Im Eingang blieben der Fliesenbelag mit Ornamentfliesen und die historische Seitenvertäfelung erhalten. Stuckverzierung ist noch an der Decke und im Stützbogen erhalten geblieben. Die Treppe ist als Holztreppe mit Holzgeländer weitgehend original erhalten, das Geländer eines Geschosses wurde erneuert. Im 1. OG blieb die Wohnungstür, im 2. OG fast der gesamte historische Innenausbau mit Türen und Decken erhalten. Das EG wurde umgebaut.

Das Haus Hansaring 16 ist bedeutend für die Geschichte der Kölner Neustadt, die ab 1881 nach Plänen des Kölner Baumeisters Josef Stübben anstelle der alten Mauer- und Wallanlagen errichtet wurde. Die sich halbkreisförmig um die "Altstadt" ziehende Bauzone ist absichtlich in Wohnwert und städtebaulichem Standart stark differenziert und wird durch die sog. repräsentativ ausgebauten "Ringe" verbunden. Die Differenzierung wurde durch die gestalterische Verwendung öffentlicher Bauten wie Kirche und Opernhaus sowie Plätze unterstrichen; auch die Lage am Volksgarten einerseits oder am Bahnhof andererseits bestimmen Anspruch und Stil der gründerzeitlichen Bauten. Die durchweg privaten Mietshäuser wurden durch den starken Wirtschaftsaufschwung finanziert, der durch die Industrialisierung der Rheinlande nach der preußischen Besetzung einsetzte. Der Hansaring ist ein mehr nördlich gelegener Teil der Ringstraße in der Nähe des Bahnhofes mit ursprünglich noch reltiv repräsentativer Wohnbebauung.

Städtebaulich ist das bürgerliche Wohnhaus als ein Teil der Erstbebauung des Hansaringes unverzichtbar. Mit den Häusern Nr. 8, 18, 34 usw. ist es noch heute maßstabbildend für die Ringbebauung und stellt einen hohen städtebaulichen Gestaltungswert dar.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0