Wohn- u. Geschäftshaus
Landmannstraße 8 · Ehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1724 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Landmannstraße 8, 50825 Köln |
| Baujahr | 1906 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 07.11.1983 |
| Stadtteil | Ehrenfeld |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Neuehrenfeld, da es die Erstbebauung dieses Stadtteils dokumentiert. Dieser Stadtteil wurde von Ehrenfeld aus, das 1879 die Stadtrechte erhielt, gegründet, wobei es vom Norden her (Landmannstraße, Lenauplatz) und vom Süden her (Ottostraße, Eichendorffstraße) erschlossen wurde. Backsteinkirchen in neugotischem Stil, St. Anna in der Ottostraße, St. Peter am Simarplatz, bildeten Beziehungspunkte der Wohnbesiedlung. Der Norden (Takuplatz) wurde von Genossenschaften (z.B. Ehrenfelder Wohnungsgesellschaft) besiedelt. Das Straßennetz besitzt hier nicht den eher rasterartigen Charakter des südlichen Stadtteils. Die Landmannstraße liegt im Ensemble-Bereich Neuehrenfelds.
Das Haus (erbaut 1886) besitzt drei Geschosse und drei Achsen. Im Erdgeschoß weist die Stuckfassade starke, horizontale Fugenbänder auf, ab einem starken Stockwerkgesims werden die beiden Obergeschosse durch Ziegelmauerwerk mit Stuckverzierung bestimmt. Der Stil des Gebäudes ist dem Historismus in fast schon klassizistischer Ausprägung zuzuordnen, was durch die axiale Gliederung der Obergeschosse (mit in der Mitte deutlich breiteren Fenstern) und die Rechteckform der Fenster unterstrichen wird. Allein die Jugendstil-Ornamentik in den Brüstungen des zweiten Obergeschosses korrespondiert mit dem relativ späten Baudatum. Die Fenster wurden stilrichtig erneuert. Im Erdgeschoß wird die Axialität wegen den dort vorhandenen, in den Abmessungen noch originalen Schaufenstern verlassen. Das rechte Fenster und das mittlere Schaufenster stellen in den Achsen, die linke Achse wurde für die beiden Eingangstüren (eine Ladentüre) aufgegeben. Das Erdgeschoß bleibt schmucklos - wenn man von dem breiten Deckengesims absieht. Zu den Obergeschossen rahmen Stuckbänder die Fenster ein (im ersten Obergeschoß mit Ohren). Gerade Gesimse befinden sich über den Fenstern des ersten Obergeschosses und über dem Mittelfenster des zweiten Obergeschosses.
Über einem breiten, glatten Kranzgesims erhebt sich das ausgebaute Satteldach mit drei Gauben in den Achsen. Die Rückfront ist als Backsteinfassade mit alten Fensterflügeln erhalten geblieben.
Im Inneren weist der Eingangsbereich den originalen Terrazzoboden auf. Deckenstuck als Kehlleisten und zwei Schmuckmasken am Stützbogen sind neben der Terrazzotreppe mit Holzgeländer Teil des Originalbestands.
Städtebaulich ist das Gebäude eingebettet in eine noch überwiegend erhaltene Originalbebauung aus der Jahrhundertwende, die die Erstbebauung dieses Stadtteils dokumentiert. Das Gebäude ist deshalb in diesem originalen Ensemble unverzichtbar.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0